Zwischenfall in London

Mann mit Schwert vor Buckingham-Palast: Weitere Festnahme

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Polizisten stehen am Freitagabend vor dem Buckingham Palace.

Erst war nur von einem Messer die Rede, später von einem rund 1,20 Meter langen Schwert. Drei unbewaffnete Polizisten setzen einen mutmaßlichen Angreifer außer Gefecht. Plante er einen Angriff vor dem Buckingham-Palast von Queen Elizabeth II.?

Update vom 27. August: Nach dem Schwert-Angriff auf Polizisten vor dem Londoner Buckingham-Palast ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann werde verdächtigt, an der "Planung, Vorbereitung oder Anstiftung eines Terroraktes" beteiligt gewesen zu sein, teilte die britische Polizei am Sonntag mit. Bei dem Angriff waren am Freitagabend zwei Polizisten verletzt worden.

IS reklamiert die Attacke in Brüssel für sich

London - Nach zwei Messerattacken auf Sicherheitskräfte in Brüssel und London gehen die Ermittler von einem terroristischen Hintergrund aus. Der getötete Angreifer in Belgien wurde am Samstag als gebürtiger Somalier identifiziert, er war den Behörden nicht als Islamist bekannt. Die Dschihadistenmiliz IS reklamierte die Brüsseler Tat am Samstagabend für sich. Zu dem Täter von London war zunächst nur wenig bekannt.

Bei den fast zeitgleichen Attacken wurden insgesamt vier Sicherheitskräfte leicht verletzt. Die belgische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen "versuchten terroristischen Mordes" auf. Der Angreifer war am Freitagabend im Zentrum von Brüssel mit einem Messer auf Soldaten losgegangen und hatte "Allahu Akbar" gerufen, bevor er von den Soldaten erschossen wurde. Bei dem Toten wurden zwei Koran-Ausgaben gefunden sowie eine Waffenattrappe.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erklärte, der Angriff sei von einem "Soldaten" des IS ausgeführt worden. Der IS stellte in der Erklärung über sein Propaganda-Organ Amaq einen Zusammenhang zwischen der Attacke und Belgiens Beteiligung an der internationalen Militärallianz zur Bekämpfung des IS in Syrien her. Der Täter sei "einem Aufruf zum Angriff auf die Koalitionsstaaten" gefolgt, hieß es darin.

Die Ermittler identifizierten den Täter am Samstag als gebürtigen Somalier, der seit 2015 die belgische Staatsbürgerschaft hatte. Der 1987 geborene Mann war 2004 nach Belgien eingewandert. Er wurde im Februar erstmals wegen Körperverletzung aktenkundig. Über eine mögliche Verbindung zu Terrorgruppen ist der Polizei bisher nichts bekannt.

Anti-Terror-Einheit ermittelt in London

In London nahm die Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard Ermittlungen auf. Zu dem Täter lagen zunächst nur wenige Angaben vor. Die Polizei erklärte, der festgenommene Täter habe vor dem Angriff auf Polizisten vor dem Buckingham-Palast ebenfalls wiederholt "Allahu Akbar" gerufen. Er habe ein rund 1,20 Meter langes Schwert benutzt und sei von den Sicherheitskräften mit Reizgas unschädlich gemacht worden. Bei dem Angriff wurden die drei unbewaffneten Polizisten leicht verletzt.

Der 26 Jahre alte Täter wurde am Samstag weiter verhört. Nach Angaben der Ermittler stammt er aus Luton nördlich von London, wo Durchsuchungen angeordnet wurden. Vermutlich habe er alleine gehandelt, es werde nicht nach Mittätern gefahndet, erklärte die Polizei.

Der Mann war am Freitagabend gut zwei Stunden nach dem Angriff von Brüssel vor dem Palast von Königin Elizabeth II. im Londoner Zentrum vorgefahren und hatte in der Nähe eines Polizeifahrzeugs angehalten, bevor er seine Waffe zückte. Die Queen hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Schottland auf.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in Brüssel und London 

In Brüssel und London sind nach einer Serie islamistischer Anschläge strikte Sicherheitsvorkehrungen in Kraft. In Brüssel gilt eine erhöhte Alarmstufe, seit im März 2016 bei zwei Anschlägen am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt wurden. Dazu bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

In London wurden zuletzt im Juni sieben Menschen bei einem Anschlag getötet. Die Täter rasten zunächst mit einem Lieferwagen auf der London Bridge in die Menge, dann stachen sie in einem Ausgehviertel mit Messern auf Passanten ein. Im Mai hatte sich zudem ein Selbstmordattentäter bei einem Konzert in Manchester in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu beiden Taten bekannte sich die IS-Miliz.

Der IS reklamierte auch die jüngsten Anschläge in Spanien für sich, bei denen vergangene Woche in Barcelona und Cambrils 15 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden waren.

Unterdessen steigt auch vor dem Oktoberfest in München die Furcht vor Terror.

dpa

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