Merkel und Sarkozy wollen Börsenwettverbot für EU

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Wollen ein EU-weites Verbot riskanter Spekulationsgeschäfte: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy

Berlin - Wenige Wochen nach dem deutschen Alleingang beim Verbot riskanter Börsenwetten wollen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy jetzt nachlegen.

Deutschland und Frankreich dringen auf ein EU-weites Verbot riskanter Spekulationsgeschäfte. In einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso regen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Nicolas Sarkozy ausdrücklich ein EU-weites Verbot ungedeckter Leerverkäufe auf alle oder bestimmte Aktien und Staatsanleihen an. Auch ungedeckte Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen sollen europaweit verboten werden.

Deutschland war Mitte Mai mit einem Verbot bestimmter ungedeckter Leerverkäufe überraschend vorgeprescht und hatte damit seine europäischen Partner vor den Kopf gestoßen. Die Bundesregierung erntete dafür teils herbe Kritik aus dem Ausland. Mit ungedeckten Leerverkäufen können Anleger auf sinkende Kurse von Wertpapieren spekulieren, ohne diese überhaupt zu besitzen. Bei ungedeckten Kreditausfallversicherungen können Investoren eine Versicherung auf den Zahlungsausfall eines Gläubigers abschließen, ohne überhaupt im Besitz einer Forderung zu sein. Beide Arten gelten als überwiegend spekulative Finanzderivate.

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