Ist die Bundestagswahl bereits entschieden? 

Merkel oder Merkel - Alternativlosigkeit als Thema bei „Anne Will“

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Gäste bei Anne Will:  CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder (zweiter von links), der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Thomas Oppermann (links), die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sowie der Bundesvorsitzende der FDP Christian Lindner.

Fünf Wochen vor der Bundestagswahl sehen alle aktuellen Umfragen die Union deutlich vor der SPD. Ist die Wahl damit bereits entschieden? Diese Frage wurde in der Talkshow von Anne Will diskutiert - und in einem Punkt sind sich fast alle einig.

Berlin - Gibt es überhaupt noch einen Wahlkampf? Zurück aus der Sommerpause diskutierten diese Frage bei Anne Will der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder (67), der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Thomas Oppermann (64), die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel (38) sowie der Bundesvorsitzende der FDP Christian Lindner (38). Der Fokus sollte dabei auf den Fragen liegen, was sich ändert, wenn AfD und FDP ins Parlament einziehen und ob die Kanzlerfrage schon entschieden ist. 

FDP und AfD als Alternativen für unzufriedene Wähler?

Bei letzterem ist sich zumindest die Opposition einig: Sowohl Alice Weidel als auch Christian Lindner rechnen mit einer vierten Amtszeit von Angela Merkel. 

Spannend bleibt der Wahlkampf trotzdem, wenn es um die anschließende Regierungsbildung geht. Für beide ist zentrales Bestreben, drittstärkste Kraft im Parlament zu werden. Beide verstehen sich als Alternative für Wähler, die mit der Regierungspolitik unzufrieden sind. 

Von Vollbeschäftigung bis Dieselgarantie - die Wahlkampfthemen der Parteien

Nachdem die zentrale Frage auf die scheinbare Alternativlosigkeit bei der Bundestagswahl abzielt, wird eine Diskussion über Wahlkampfthemen provoziert - doch die Antworten fallen eher mager aus. Anne Will bittet den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder, in einem "knackigen" Satz darzulegen, "für welches gestalterische, politische Zukunftsziel Frau Merkel noch wiedergewählt werden soll“ - doch von knackig kann nicht die Rede sein. Erst auf Nachfrage ringt er sich dazu durch, ein Thema zu nennen: „Vollbeschäftigung in einer Welt von Risiken“.

Der SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Thomas Oppermann ist der Meinung, es werde Zeit für den „hochmotivierten Kandidaten“ Martin Schulz. Zeit für mehr soziale Gerechtigkeit. Dabei dürfe die große Koalition aber „keine Dauereinrichtung werden“.

Sowohl Lindner als auch Weidel fordern einen Untersuchungsausschuss, der Fehlverhalten in der Flüchtlingskrise aufdecken soll. Doch während Weidel das Handeln sogar als rechtswidrig bezeichnet, betrachtet Lindner es als politisch falsch. Darüber hinaus fordert Weidel eine Dieselgarantie bis 2050.

Dauerbrenner: Dieselgate

Gut ein Drittel der Zeit wird jedoch über den Diesel-Skandal und Konsequenzen diskutiert. Während Volker Kauder davor mahnt, „die Automobilindustrie kaputt zu reden“, hat Thomas Oppermann Schwierigkeiten, zu rechtfertigen, warum die SPD im Aufsichtsrat von nichts wusste. 

Christian Lindner drängt darauf, dass Diesel-Käufer in Deutschland genauso entschädigt werden müssten wie in den USA. Zudem fordert er, dass in den Aufsichtsräten keine Politiker mehr sitzen sollten. Alice Weidel bezeichnet die ganze Diskussion als ungerechtfertigt, weil die erlaubte Abgaskonzentration am Arbeitsplatz viel höher sei als auf der Straße. Zwar sollte es eigentlich um Merkel und den lahmen Wahlkampf gehen, doch lässt sich hier offensichtlich besser streiten.

Charlotte Braatz

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