„Das bayerische Abitur bleibt bayerisch“

Nationaler Bildungsrat: Markus Söder verkündet Ausstieg - drastische Worte zu „Zentralabitur“

+
An den Sommerferien-Plänen von Markus Söder wurde nun Kritik aus Hamburg laut.

Markus Söder verkündete den Ausstieg Bayerns aus dem Nationalen Bildungsrat. Damit solle ein „Berliner Zentralabitur“ verhindert werden, zu dem er sich mit drastischen Worten äußerte.

  • Markus Söder hat in einem BR-Interview verkündet, dass Bayern aus dem Nationalen Bildungsrat aussteigen wird.
  • Baden-Württemberg will ebenfalls nicht beim geplanten Nationalen Bildungsrat mitmachen.
  • Bundesbildungsministerin Anja Karliczek äußerte sich zu der Entscheidung - sie bedauert den bayerischen Ausstieg aus dem Nationalen Bildungsrat.

Update vom 5. Dezember: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einem einheitlichen Abitur für alle Bundesländer nun wohl endgültig eine klare Absage erteilt. „Ein zentralistisches Abitur wird es nicht geben“, sagte er am Donnerstag (5.12.) in Berlin am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz auf die Frage, ob noch eine Lösung beim Zentralabitur zu erwarten sei. 

Söder äußerte sich auch noch einmal zum Ausstieg Bayerns aus dem geplanten Nationalen Bildungsrat. Man sei zwei Jahre zu keinem Ergebnis gekommen, sagte der CSU-Vorsitzende. „Wir glauben einfach, dass aus Berlin keine Kompetenz besteht, das zu machen.“

Nationaler Bildungsrat: Markus Söder verkündet Ausstieg - Hamburg geht auf Konfrontationskurs

Update vom 27. November: Die Diskussion zwischen den Ländern um eine Neuordnung der Termine für die Sommerferien in Deutschland geht weiter. Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) kritisierte am Mittwoch (27. November) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für seine erneute Absage zur Neuordnung. „Dieser Schuss aus Bayern wird nach hinten losgehen: Jetzt wird jedes Land genau wie Bayern die Sommerferien im Alleingang festlegen. Viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen“, sagte Rabe der Süddeutschen Zeitung.

Berlin und Hamburg hatten sich für neue Regeln bei den Sommerferien stark gemacht. Ihr Ziel ist es, die freien Tage zeitlich weniger zu strecken. Generell sollen die Sommerferien demnach erst ab 1. Juli beginnen, die unterschiedlichen Termine der Länder sollen enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen.

Markus Söder: Bayerns Ausstieg aus nationalem Bildungsrat - Sorge vor „Berliner Zentralabitur“

Ursprungsartikel vom 26. November: München - Den Nationalen Bildungsrat haben Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, um Empfehlungen zu bildungspolitischen Problemen in Deutschland abzugeben - wie beispielsweise die Vergleichbarkeit des Abiturs. Doch das Projekt stockt seit einiger Zeit, unter anderem, weil sich Länder wie Bayern strikt gegen eine Einmischung in die eigenen Bildungskompetenzen wehren.
Am Sonntag verkündete Markus Söder nun einen herben Rückschlag für das Projekt: Bayern macht nicht mehr beim Nationalen Bildungsrat mit und steigt aus dem Projekt aus. Das sagte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef am Sonntag, 24. November 2019, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Er begründete den Schritt damit, dass bislang außer Streitigkeiten nichts herausgekommen sei. 

Bayern steigt aus Nationalem Bildungsrat aus - „Das

Dem Bayerischen Rundfunk sagte Söder: „Wir befürchten, dass am Ende ein Berliner Zentralabitur das Ziel ist, was eine Verschlechterung des Bildungsniveaus in Bayern bedeuten würde“. Söder erteilte auch der Forderung nach einheitlichen Schulferien eine Absage. „Das Bayerische Abitur bleibt bayerisch, übrigens genauso, wie die Ferienzeiten bleiben, wir wollen auch die nicht angleichen“, so Söder im BR-Interview. 

Schon bei der Ministerpräsidentenkonferenz auf Schloss Elmau im Oktober hatte Söder einen Rückzug aus dem Bildungsrat angedeutet und das geplante Gremium als „bürokratisches Monstrum“ bezeichnet. Für gleiche Bildungsstandards, so Söder, könne auch die Kultusministerkonferenz sorgen. Er verwies damals darauf, dass Bildung Ländersache sei und nannte den Bildungsrat einen typischen Fall, wo eine große Koalition etwas vereinbart habe, wofür sie nicht zuständig ist. Der Nationale Bildungsrat ist schon lange umstritten. Erst diese Woche hatte die Baden-Württembergische Kultusminister Eisenmann erklärt: „Der Bildungsrat ist zum Scheitern verurteilt.“ 

Söder über Nationalen Bildungsrat: „von Anfang an eine unglückliche Idee“

Gegenüber der dpa begründete Söder seine Entscheidung: Der Nationale Bildungsrat sei „von Anfang an eine unglückliche Idee“ gewesen. Bislang sei nichts herausgekommen als Streitigkeiten. „Wir befürchten dadurch nur eine massive Verschlechterung des Bildungssystems in Bayern. Wir wollen unser hochwertiges bayerisches Abitur behalten und kein Zentralabitur aus Berlin“, so Söder, der sich mit seiner CDU-Parteitagsrede in Leipzig womöglich sogar ins Gespräch gebracht als kommender Kanzlerkandidat gebracht hat.

Nach Markus Söders Entscheidung: Auch Baden-Württemberg steigt aus Nationalen Bildungsrat aus

Nach Bayern will auch Baden-Württemberg beim geplanten Nationalen Bildungsrat nicht mehr mitmachen. „Auch ich halte den Nationalen Bildungsrat für ein komplett überflüssiges Gremium, auf das man folgerichtig verzichten kann“, teilte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Sonntag in Stuttgart mit. „Wir brauchen keine Vorgaben aus Berlin, sondern wir Länder sind stark genug, um selbst verbindliche und einheitliche Standards zu entwickeln.“ Deshalb setze sie sich „für einen Länderstaatsvertrag für gute Bildung“ ein.

Den Aufbau des Nationalen Bildungsrats hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart. Experten und Vertretern von Bund und Ländern sollen sich darin um die Unterschiede bei der Bildung zwischen den Ländern und beispielsweise die Vergleichbarkeit des Abiturs kümmern.

Bundesbildungsministerin bedauert Entscheidung - „leider nicht überraschend“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bedauert den bayerischen Ausstieg aus dem Nationalen Bildungsrat. „Die Ankündigung aus Bayern kommt leider nicht überraschend. Sie ist aber gleichwohl zu bedauern“, sagte sie am Sonntag in Berlin. „Die Länder müssen nun beraten, wie sie mit dem Projekt weiter umgehen wollen.“

Die jüngsten internationalen Vergleichsstudien hätten gezeigt, dass Deutschland insgesamt nur im Mittelfeld liegt. „Ich finde, dass sich alle für Bildung Verantwortlichen nicht mit diesem Befund abfinden können.“

Video: Die Kitzinger Karnevalsgesellschaft gibt bekannt: Markus Söder wird das neue Schlappmaul 2020.

Schlagzeilen anderer Art machte der bayerische Ministerpräsident eine Woche zuvor: Markus Söder wird das Schlappmaul 2020:

spl mit dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare