Nach Ehe für alle

Maas: Homophobie in der Gesellschaft muss verschwinden

Bundesjustizminister Heiko Maas hofft nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben auch auf einen gesellschaftlichen Wandel.

Berlin - „Es ist beschämend, dass die Zahl der homophoben Straftaten in Deutschland zuletzt gestiegen ist“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Das zeigt: Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass wir nicht nur rechtlich gleichstellen, sondern dass sich das auch im tatsächlichen Leben niederschlägt.“ Er mahnte: „Homophobie darf überhaupt keine Chance haben in unserer Gesellschaft.“ Das könne die Politik nicht einfach verordnen. „Gleichstellung muss gelebt werden in Deutschland.“

Der Bundestag hatte kurz vor der parlamentarischen Sommerpause beschlossen, dass Schwule und Lesben künftig in Deutschland heiraten und gemeinsam Kinder adoptieren dürfen. Die Debatte hatte plötzlich rasant Tempo aufgenommen, nachdem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) überraschend vom klaren Nein der CDU in dieser Frage abgerückt war. Homosexuelle haben jahrzehntelang für diesen Schritt gekämpft.

„Die Entscheidung des Bundestags zur Ehe für alle war eine wichtige politische Zäsur“, sagte Maas. „Die rechtliche Anerkennung hilft denjenigen, die darauf lange gewartet haben. Und es ist auch ein klares staatliches Bekenntnis, dass Gleiches nicht länger unterschiedlich behandelt wird.“ Er betonte aber: „Ich würde mir wünschen, dass nach der rechtlichen Gleichstellung auch die gesellschaftliche Anerkennung damit einhergeht.“

Feindseligkeit gegenüber Schwulen und Lesben ist nach wie vor ein Problem. Nach Zahlen des Bundesinnenministeriums wurden in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 205 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit der „sexuellen Orientierung“ registriert. Im gleichen Zeitraum 2015 waren es 171 Fälle gewesen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.