Linkspartei kritisiert Lötzsch und Ernst 

Berlin - Die Linkspartei hat eine ernüchternde Bilanz ihrer Arbeit seit der Wahl von Klaus Ernst und Gesine Lötzsch zum Führungsduo gezogen. Es hagelt Kritik an der Parteiführung.

“Ein eigenes positives Agenda-Setting ist der Bundespartei 2010/11 nicht gelungen“, heißt es in einer von den Bundesgeschäftsführern Caren Lay und Werner Dreibus vorgelegten Bilanz, wie der “Tagesspiegel“ (Freitag) berichtet.

Ohne bundespolitischen Rückenwind könne das Überspringen der Sperrklausel in den allermeisten westdeutschen Bundesländern “kaum gelingen“. Es gebe eine “im Osten tendenziell schmelzende und im Westen noch zu kleine Stammwählerschaft“, heißt es im Rückblick auf das Jahr 2011 mit seinen sieben Landtagswahlen.

Der Kandidat für den Vorsitz der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sagte der “taz - die tageszeitung“ (Freitag): “Ich kann den Stillstand der Partei nicht mitansehen. (...) Ich will nicht, dass wir Richtung fünf Prozent oder gar darunter rutschen und weitere Mitglieder verlieren.“

Auch Bartsch kritisierte die aktuelle Parteiführung. “Im Mai 2010 lagen wir bei den Umfragen zwischen elf und zwölf Prozent, jetzt zwischen sechs und neun. Das ist eine Tatsache.“

Die aktuelle Doppelspitze Ernst und Lötzsch war am 15. Mai 2010 zu Vorsitzenden der Linkspartei gewählt worden. “Wir haben in den letzten anderthalb Jahren schlicht nicht die Themen und unsere Antworten in die Öffentlichkeit gebracht“, sagte Bartsch der “taz“.

Zu einer möglichen Kandidatur der Bundestagsfraktionsvize Sahra Wagenknecht sagte er: “Wir arbeiten seit vielen Jahren zusammen und hatten immer ein solidarisches Verhältnis, bei allen politischen Differenzen.“

dpa

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