Libyens Ex-Minister: Gaddafi begeht bald Selbstmord

Stockholm/Tripolis - Während der anhaltenden blutigen Proteste in Libyen erwartet der zurückgetretene libysche Justizminister Mohamed Abdul al-Jeleil einen baldigen Selbstmord von Staatschef Muammar al-Gaddafi.

Al-Jeleil sagte in einem Donnerstag veröffentlichten Interview der schwedischen Zeitung “Expressen“: “Gaddafis Tage sind gezählt. Er wird es wie Hitler machen und sich das Leben nehmen.“ Weiter sagte der Anfang dieser Woche abgetretene Minister, Gaddafi habe persönlich 1988 den Befehl zum Lockerbie-Terroranschlag mit 270 Toten gegeben: “Ich habe zu hundert Prozent sichere Beweise dafür.“

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Al-Jeleil bestätigte in dem am Mittwoch in der libyschen Stadt Al Bayda geführten Interview, dass Gaddafi ausländische Söldner zur Bekämpfung des Volksaufstandes in seinem Land einsetzt: “Ich weiß davon, dass das Regime schon lange vorher diese Söldner angeheuert hat. Bei mehreren Kabinettssitzungen wurde beschlossen, diesen Leuten aus dem Tschad und Niger die libysche Staatsbürgerschaft zuzuerkennen.“

Blutige Proteste in Libyen

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Er selbst habe dagegen protestiert und verlangt, stattdessen den Kinder von Libyerinnen mit ausländischen Ehemännern die Staatsbürgerschaft zu geben, sagte Al-Jeleil.

Zu dem Lockerbie-Anschlag meinte er weiter, für die persönliche Verantwortung Gaddafis werde er Beweise vorlegen, wenn die Zeit reif sei. Nach der Explosion eines US-Passagierflugzeuges am 21. Dezember 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie starben 259 Flugreisende und elf Menschen am Boden.Die Bombe war von zwei Libyern im Auftrag des Geheimdienstes ihres Landes in der Linienmaschine der Fluggesellschaft PanAm platziert.

Al-Jeleil gab an, dass Gaddafi “alles in seiner Macht stehende“ getan habe, um den für den Anschlag zu lebenslanger Haft verurteilten Libyer Abdelbaset Ali Mohamed Al Megrahi aus dem Gefängnis freizubekommen. Megrahi war 2009 wegen einer Krebserkrankung aus der Haft in Schottland entlassen worden und durfte nach Libyen zurückkehren. Gaddafi hatte die Verantwortung seines Landes für den Anschlag eingeräumt, aber nie eine persönliche Beteiligung zugegeben.

dpa

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