Länder entlassen vor Ferien Tausende Lehrer

+
Eine Schülerin der zweiten Klasse meldet sich in der Katharinenschule in Hamburg im Unterricht.

Berlin - Über 5400 Lehrer werden von den Bundesländern jedes Jahr kurz vor den Sommerferien entlassen. Die Betroffenen müssen dann zum Teil Hartz IV beantragen.

Jahr für Jahr müssen nach einem Zeitungsbericht Tausende befristet angestellte Lehrer im Sommer Arbeitslosengeld I oder - wegen nicht ausreichender Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung - kurzzeitig Hartz IV beantragen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) meldeten sich in den Sommerferienmonaten 2012 bundesweit 5400 Lehrer zusätzlich arbeitslos, wie die „Süddeutsche Zeitung“ vom Montag berichtet.

Ursache: Befristete Verträge mit nicht verbeamteten Lehrkräften

In einer Analyse der Behörde heiße es: Dieser „sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit“, der nach Ende der Ferien wieder deutlich zurückgehe, falle bereits seit Jahren auf. Spitzenreiter 2012 war laut Statistik Baden-Württemberg, dort kletterte die Zahl der arbeitslosen Lehrer im August um 1400 Prozent. Auch in Rheinland-Pfalz, Bayern oder Hessen sei das Phänomen verbreitet.

Hauptursache seien befristet geschlossene Verträge mit nicht verbeamteten Lehrkräften, bei denen die Sommerferien ausgespart blieben. Dass Länder so auf Kosten der Arbeitslosenversicherung sparen, ist dem Zeitungsbericht zufolge nicht neu: Bereits 2001 hatte der Bundesrechnungshof kritisiert, Länder würden sich „eines Teils ihrer Arbeitgeberverpflichtungen zulasten des BA-Haushalts entledigen“.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare