Mindestens 19 Tote

Krim: Ex-Schüler zündete Bombe in Schul-Mensa - Verwirrung um Todesursache der Opfer - Zweiter Sprengsatz gefunden

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Explosion auf der Krim

Bei einer Explosion in einer Schule auf der Krim sind am Mittwoch mindestens 20 Menschen getötet worden. Der Täter war offenbar ein Ex-Schüler. Er erschoss seine opfer zunächst. Der News-Ticker.

  •  Bei dem brutalen Angriff am Mittwoch (17.Oktober) auf eine Schule auf der Halbinsel Krim sind nach Angaben der Regionalverwaltung 20 Menschen getötet worden.
  • Russlands oberste Ermittlungsbehörde hat nach der Explosion auf der Halbinsel Krim ein Verfahren wegen eines Terroranschlags eingeleitet.

Schulangriff auf der Krim: Verwaltung spricht von 20 Toten

Update vom 18. Oktober 2018:

Die Regierung in Simferopol veröffentlichte am Donnerstag eine Liste mit den Namen von 19 Opfern. Der Name des mutmaßlichen Schützen, der Selbstmord begangen haben soll, wurde nicht genannt.

15 Tote einschließlich des Schützen seien Schüler der Berufsschule in der Stadt Kertsch gewesen, 6 von ihnen waren noch minderjährig. Außerdem seien fünf erwachsene Schulangestellte getötet worden, hieß es in der Mitteilung. In der Nacht sei eine weitere Leiche gefunden worden, sagte der Vizeleiter der Krim-Verwaltung, Diljawer Melgasijew, der Nachrichtenagentur Tass.

Am Mittwoch hatte ein 18-jähriger Schüler in der Kantine der Schule eine mit Metallteilen gefüllte Bombe gezündet und auf seine Mitschüler geschossen. Danach erschoss er sich nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees selbst.

Video: Kertsch trauert um 19 Todesopfer

Die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa sagte dem Sender Rossija 24, dass darüber hinaus 50 Menschen verletzt worden seien, einige schwer. Manche Wunden von Verletzten seien infiziert, weil kleine Teilchen Entzündungen verursacht hätten. Die Lage sei sehr schwierig.

Zunächst waren die russischen Behörden von einem Terroranschlag ausgegangen. Als sie später jedoch einen Schüler aus dem vierten Lehrjahr als mutmaßlichen Täter identifizierten, wurde nur noch wegen Mordes ermittelt. Bei der Untersuchung am Tatort fanden die Ermittler auch einen zweiten Sprengsatz, der jedoch nicht explodiert war.

Der Vorfall hatte sich in einer Berufsschule in der Stadt Kertsch auf der ukrainischen Krim ereignet, die Russland sich 2014 einverleibt hatte. Völkerrechtlich gilt die Halbinsel noch immer als Teil der Ukraine.

Ex-Schüler zündete Bombe in Schul-Mensa - Verwirrung um Todesursache der Opfer - Zweiter Sprengsatz gefunden

Krim-Update, 17. Oktober 2018, 19.03 Uhr

Nach dem Angriff auf eine Schule in Kertsch auf der Krim haben Sicherheitskräfte dort einen zweiten, nicht explodierten Sprengsatz gefunden. Die Bombe sei unschädlich gemacht worden, meldeten mehrere russische Nachrichtenagenturen am Mittwoch unter Berufung auf eine Quelle in der Einsatzleitung. Durch Schüsse und die Explosion eines ersten Sprengsatzes sind in der Berufsschule 19 Menschen getötet und etwa 40 verletzt worden. Die Behörden gehen nicht von einem Terrorakt, sondern vom Amoklauf eines Schülers aus.

Die Ukraine betrachtet die Krim weiter als ihr Staatsgebiet, auch wenn Russland die Halbinsel 2014 annektiert hat. Präsident Petro Poroschenko sprach den Opfern sein Beileid aus. „Warum das für uns so wichtig ist? Weil das ukrainische Staatsbürger sind“, sagte er in einem Statement auf Facebook. „Wenn ukrainische Staatsbürger umkommen, wo immer das auch geschieht, dann ist das eine Tragödie.“

Krim-Update 17.28 Uhr: Merkel äußert Mitgefühl für Opfer nach Explosion

Präsident Wladimir Putin sagte, es sei klar, dass in Kertsch ein Verbrechen geschehen sei. „Die Motive und der Hergang werden sorgsam untersucht“, sagte er im Fernsehen. Die meisten Opfer waren jugendliche Schüler des berufsbildendenden Kollegs. Sie starben nach Angaben der Ermittler vor allem an Schusswunden. Die Bombe, die der Täter gezündet haben soll, war mit Metallteilen gespickt.

Auch Schuldirektorin Olga Grebennikowa sprach davon, dass vor der Explosion im Gebäude geschossen worden sei. Sie hatte die Schule kurz vor dem Vorfall verlassen. Im Internet kursierte ein Video, wie die erschütterte Frau dem Bildungsministerium der Krim telefonisch Bericht erstattet über das, was sie erfahren hat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach ihr Mitgefühl aus: Sie trauere „um die vielen ausgelöschten jungen Leben“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter mit. „Unsere Anteilnahme gilt den Familien der Opfer und allen Verletzten.“

Krim-Update um 15.20 Uhr: Opfer von Angriff auf Schule auf der Krim starben durch Schüsse

Die Opfer des Angriffs an einer Schule auf der ukrainischen Krim-Halbinsel sind nach neuesten Angaben der Ermittlungsbehörden erschossen worden. Erste Untersuchungen der Leichen hätten ergeben, dass die Opfer an Schussverletzungen gestorben seien, erklärte die russische Staatsanwaltschaft.

Aufnahmen aus einer Überwachungskamera zeigten demnach, wie ein mit einem Gewehr bewaffneter junger Mann an der Berufsschule ankommt. Das berichtet derStern. Die Zahl der Todesopfer steht nun offenbar doch bei 17.

Explosion auf der Krim: Der Videoausschnitt zeigt Polizisten, die vor einem Berufsschulgebäude in Kertsch stehen.

Krim-Update um 14.31 Uhr: Direktorin erschüttert

„Überall liegen Leichen“, sagte die Schuldirektorin laut Bild. Der Täter war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein ehemaliger Schüler. Der junge Mann sei im vierten Lehrjahr gewesen, sagte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Mittwoch in Kertsch der Agentur Tass zufolge. Der Schüler habe sich daraufhin erschossen. Seine Leiche wurde nach Aksjonows Angaben in der Bibliothek im zweiten Stock des Gebäudes gefunden.

Krim-Update um 14.21 Uhr: War es ein Ex-Schüler?

Die Nachrichtenagejhtur AFP eilt, dass die Krim-Regierung gesagt haben soll, dass der Urheber des Anschlags in Kertsch ein Ex-Schüler war. Bei der Explosion in einer Schule auf der Halbinsel Krim soll nach Angaben der Behörden eine Bombe hochgegangen sein, die mit Metallteilen* gefüllt war. Bombenspezialisten suchten den Tatort in der Berufsschule bereits nach den Gegenständen ab, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee am Mittwoch in Kertsch mit. Der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow sprach am Nachmittag von 18 Toten, wie die Agentur Interfax meldete.

Explosion auf der Krim.

Krim-Explosion: Video zeigt erschütterte Schuldirektorin

Kertsch - Russlands oberste Ermittlungsbehörde hat nach der Explosion auf der Halbinsel Krim ein Verfahren wegen eines Terroranschlags eingeleitet. In der Mensa der Berufsschule in Kertsch sei eine Bombe gezündet worden, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee am Mittwoch in Moskau mit. Viele der Opfer seien Jugendliche. Bei dem mutmaßlichen Anschlag sind nach vorläufigen Angaben mindestens 13 Menschen getötet und etwa 50 verletzt worden. Zunächst war von zehn Toten die Rede. Kertsch liegt ganz im Osten der ukrainischen Halbinsel Krim, die 2014 von Russland annektiert wurde.

Die Schuldirektorin Olga Grebennikowa sprach davon, dass vor der Explosion in dem Gebäude auch geschossen worden sei. Sie hatte die Schule kurz vor dem Vorfall verlassen. Im Internet kursierte ein Video, wie die erschütterte Frau dem Bildungsministerium der Krim telefonisch Bericht erstattet über das, was sie erfahren hat. Kertsch liegt ganz im Osten der ukrainischen Halbinsel Krim, die Russland sich 2014 einverleibt hat.

Krim-Update: Sprengsatz löste Explosion aus

Die Explosion auf der Krim ist demnach durch einen Sprengsatz ausgelöst worden. "Ein nicht identifizierter Sprengsatz" sei für die Explosion am Mittwoch in einer technischen Schule der Hafenstadt Kertsch verantwortlich, meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Verweis auf eine Mitteilung der Anti-Terror-Behörde der Schwarzmeer-Halbinsel.

In ersten Berichten waren die örtlichen Behörden von einer Gasexplosion in der Stadt Kertsch ausgegangen. Später sprach das Nationale Anti-Terror-Komitee Russlands (NAK) aber von der Explosion eines unbekannten Sprengsatzes. Der örtliche Gasversorger auf der Krim teilte mit, die Berufsschule habe keinen Gasanschluss.

Lesen Sie auch: Chemieunfall am Krim-Grenze: Ukraine schließt Grenzübergänge

AFP

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