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Kommt das Klimaticket als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket?

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Von: Kristina Köller

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Das 9-Euro-Ticket gibt es noch bis Ende August. Und dann? Die Bundesregierung denkt über einen Nachfolger nach - das „Klimaticket“. Was dahinter steckt.

Hamm - Das 9-Euro-Ticket gibt es seit Anfang Juni 2022, es erfolgte ein regelrechter Run darauf, Busse und insbesondere Bahnen sind oftmals voll. Doch Ende August ist erst einmal Schluss mit den Sonderkonditionen für Nah- und Regionalverkehr. Was kommt danach? Die Bundesregierung denkt offenbar schon über einen Nachfolger, das sogenannte Klimaticket, nach.

LandDeutschland
KanzlerOlaf Scholz (SPD)
Bevölkerung83,24 Millionen (2020)

In einem Entwurf für das Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung steht, dass „mit tariflichen Maßnahmen die Attraktivität des ÖPNV dauerhaft gesteigert werden“ soll. Das Papier liegt unterschiedlichen Medien vor. Doch was steckt hinter dem Klimaticket?

Klimaticket als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket? Was dahinter steckt

Dem Papier zufolge soll „ein vergünstigtes ‚Klimaticket‘ als einheitliche Länder-Nahverkehrs-Monats- beziehungsweise Jahresfahrkarte für den Schienenpersonenregionalverkehr und den ÖPNV“ das Bahnfahren auch in Zukunft preisgünstiger machen.

Für den ÖPNV sind eigentlich die Länder zuständig, allerdings sei der Bund bereit, ein Klimaticket finanziell zu unterstützen, heißt es weiter. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wie teuer soll das Klimaticket für den Verbraucher werden? Soll es genauso wie das 9-Euro-Ticket eben neun Euro kosten? Mit dem 9-Euro-Ticket können Reisende günstig mit Bus und Bahn fahren - so funktioniert es.

Klimaticket für Bus und Bahn - bekommt das 9-Euro-Ticket einen Nachfolger?

Zu den Kosten ist noch nichts genaueres klar. In dem Papier heißt es, Details dazu würden noch geprüft. Es finden sich also noch keine Hinweise darauf, wie viel Geld Verbraucher für das Klimaticket auf den Tisch legen müssten. Und das Bundesumweltministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing wollte vom Klimaticket offenbar nichts wissen. Er betonte laut Handelsblatt in den vergangenen Tagen immer wieder, dass die „Ad-hoc-Maßnahme“ 9-Euro-Ticket „zeitlich befristet“ sei, festgelegt auch im Gesetz. Dementsprechend gebe es derzeit keine Überlegungen, es zu verlängern. Das Papier zum Klimaschutz-Sofortprogramm spricht da allerdings eine andere Sprache.

9-Euro-Ticket - Hannover
Das 9-Euro-Ticket gibt es noch bis Ende August. Jetzt ein Nachfolger im Gespräch - das Klimaticket. © Michael Matthey/dpa

Klimaticket nach dem 9-Euro-Ticket? Forderungen nach dauerhaft günstigem Angebot

Der Sozialverband Deutschland fordert dauerhaft günstige Nah- und Regionalverkehrsangebote. „Die Politik muss jetzt die Chance nutzen und langfristige Weichen für nachhaltige und bezahlbare Mobilität stellen, indem ÖPNV und Nahverkehr verbessert und für jeden bezahlbar werden“, sagte Verbandspräsident Adolf Bauer den Zeitungen der Funke Mediengruppe in Essen. Als Beispiel nannte er ein „365-Euro-Jahresticket“.

Und es gibt weitere Stimmen dafür. Das Umweltbundesamt (UBA) fordert auch nach Ende der Entlastungsmaßnahme 9-Euro-Ticket im September vergünstigte Jahrestickets. „Die Idee, eine Flatrate für den ÖPNV in Deutschland in Form eines Deutschlandtickets zu haben, ist attraktiv“, sagte die UBA-Verkehrsexpertin Katrin Dziekan dem Handelsblatt

Mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm, das bis Mitte Juli beschlossen werden soll, will die Regierung bestimmen, wie sie bis 2030 die Kohlendioxidemissionen senken will - gemäß den beschlossenen Zielen für den CO2-Ausstoß. Dieser soll bis 2030 um mindestens 65 Prozent gesenkt werden - verglichen mit dem Stand von 1990.

Erleichterung soll den Bürgern neben dem 9-Euro-Ticket auch ein Zuschuss bringen. Wer bekommt beim Heizkostenzuschuss 2022 Geld - und wie viel? Wann ist die Auszahlung?

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