Neue Studie

Kinderarmut in Deutschland nimmt zu - vor allem Flüchtlingskinder betroffen

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Ein Kind schaukelt am 03.02.2010 vor einem Hochhaus in Meschenich bei Köln.

Die Kinderarmut in Deutschland nimmt deutlich zu. Eine Rolle spielt dabei die Flüchtlingswelle der vergangenen Jahre, denn vor allem Flüchtlingskinder leben in Armut.

Vor dem Hintergrund des Flüchtlingszuzugs hat die Kinderarmut in Deutschland einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge spürbar zugenommen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die unter der Armutsgefährdungsgrenze leben, sei im vergangenen Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 20,3 Prozent gestiegen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung. Das entspreche rund 2,7 Millionen Menschen unter 18 Jahren.

Sinkende Armutsquoten bei Kindern ohne Migrationshintergrund

Die große Zahl der in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflüchteten Kinder und Jugendlichen schlägt sich demnach jetzt verstärkt in der Sozialstatistik nieder. Dagegen seien die Armutsquoten unter Kindern und Jugendlichen, die keinen Migrationshintergrund haben oder als Kinder von Migranten in Deutschland geboren wurden, leicht rückläufig.

Die allgemeine Armutsquote in Deutschland lag der Studie zufolge 2016 mit 15,8 Prozent minimal höher als im Vorjahr. Unter Senioren setzte sich der seit 2009 zu beobachtende Anstieg der Armutsgefährdung fort: Die Altersarmutsquote stieg im vergangenen Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent.

Vierköpfige Familie: Armutsschwelle bei 1978 Euro

Für die Analyse wertete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung die Armutsdaten des Mikrozensus 2016 aus. Als arm gelten laut der verwendeten Definition Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Einkommens beträgt. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren habe die Armutsschwelle 2015 bei einem verfügbaren Nettoeinkommen von weniger als 1978 Euro im Monat gelegen.

afp

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