Karsai erhebt schwere Vorwürfe gegen Isaf

Kabul - Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat den Isaf-Luftangriff vor mehr einer Woche, bei dem zahlreiche Kinder gestorben sein sollen, als Menschenrechtsverletzung bezeichnet.

„Wir akzeptieren keinerlei Luftschläge in Wohngebieten, egal von wem und zu welchem Zweck“, wird Karsai in einem Statement zitiert, das sein Sprecher am Samstagabend in Kabul veröffentlichte.

Die afghanische Delegation, die den Vorfall vor Ort untersuchte, berichtete demnach von mehr zivilen Opfern als zunächst bekannt. Bei dem Bombardement im Shelton-Tal in der Provinz Kunar seien zwölf Kinder, vier Frauen und ein Mann gestorben. Zwölf weitere Zivilisten seien verletzt worden, heißt es nach Angaben von Karsais Büro in dem Bericht der Delegation. Die Regierung der betroffenen Provinz hatte vor einer Woche von elf Toten gesprochen. Die Nato-geführte Schutztruppe Isaf untersucht den Vorfall nach eigenen Angaben ebenfalls. Bislang liege noch kein Ergebnis vor, sagte ein Sprecher am Sonntag.

Der Luftangriff erfolgte, nachdem Nato-Truppen und afghanische Soldaten in einem Dorf in der Provinz Kunar unter Beschuss geraten waren. Dabei starben nach Angaben der Provinzregierung ein US-amerikanischer Berater und sieben Taliban-Kämpfer. Karsai verurteilte laut Statement auch, dass die Aufständischen „Zivilisten und ihre Häuser als Schutzschilde“ verwenden.

dpa

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