„Ich nehme seine Äußerung ernst...“

Geht Söder nach Corona ins Rennen um die Kanzlerkandidatur? Merz macht klare Ansage 

CDU-Politiker Friedrich Merz sieht in Bayerns Ministerpräsident Markus Söder offenbar keine Konkurrenz in puncto K-Frage.
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CDU-Politiker Friedrich Merz sieht in Bayerns Ministerpräsident Markus Söder offenbar keine Konkurrenz in puncto K-Frage.

Sehr gute Umfragewerte und kryptische Aussagen - Beobachter halten eine Kanzlerkandidatur von Markus Söder für möglich. Nun äußerte sich Friedrich Merz.

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird von Beobachtern derzeit als vielversprechender Anwärter für die Kanzlerkandidatur gehandelt.
  • Friedrich Merz, der sich ebenfalls Hoffnung auf das Kanzleramt macht, sieht Söder nach eigener Aussage nicht als Konkurrenten.
  • Nun hat sich Söder erneut zu den Spekulationen, es würde ihn in die Bundespolitik ziehen, geäußert (siehe Update vom 5. Juni, 22.27 Uhr). 

Update vom 5. Juni 2020, 22.27 Uhr: Nachdem CDU-Politiker Friedrich Merz deutlich gemacht hat, dass er Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder nicht als Konkurrent im Rennen um die Kanzlerschaft sieht, hat sich der CSU-Politiker erneut zu den Spekulationen im Zusammenhang mit einer Kanzlerkandidatur geäußert. „Der schönste Weg in Berlin ist der nach Bayern“, sagte Söder der Mittelbayerischen Zeitung und wies damit die Gerüchte, es würde ihn in die Bundespolitik ziehen, zurück. 

„Mein Platz ist im Freistaat“, betonte Söder. Doch er ergänzte, dass man auch in Berlin etwas durchsetzen können müsse, um für Bayern etwas zu erreichen. „Nur zu fordern oder Presseerklärungen zu schreiben, reicht nicht“, sagte er.

Rennen ums Kanzleramt: Steigt auch Markus Söder mit ein?

Erstmeldung vom 5. Juni 2020:

Berlin - Für seinen Umgang mit der Corona*-Krise hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder* bei vielen Wählern Sympathiepunkte gesammelt. In Umfragen ist er der zweitbeliebteste Politiker nach Merkel und schneidet unter den Unionsanwärtern auf die Kanzlerkandidatur am besten ab. Deshalb wird Söder mittlerweile von Beobachtern und Experten als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. 

Werden die aktuellen Anwärter für den CDU-Vorsitz und damit indirekt für die Kanzlerkandidatur, Friedrich Merz* und Armin Laschet*, nun unruhig? Zumindest bei Merz scheint dies nicht der Fall zu sein: „Ich sehe Markus Söder nicht als einen Konkurrenten um die Kanzlerkandidatur“, sagte der Wirtschaftsjurist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und fügte hinzu: „Ich nehme seine Äußerung ernst, dass er in Bayern bleiben will.“ 

Merz habe Söders Aussage, dass im kommenden Januar über den Unionskanzlerkandidaten für die Wahl 2021 entschieden werde, nicht als Vorpreschen empfunden. „Wir haben in der Union eine klare Reihenfolge festgelegt“, erklärte Merz (der unterdessn bei „Markus Lanz“ für sich warb). Erst wähle die CDU ihren Vorsitzenden, danach würden CDU und CSU entscheiden, wer der gemeinsame Kanzlerkandidat werde. Ursprünglich hätte nach dem überraschenden Rücktritt von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer* ein neuer CDU-Vorsitzender auf einem Sonderparteitag im April gewählt werden sollen. Dieser wurde wegen der Coronavirus-Ausbreitung* jedoch zunächst verschoben und dann ganz abgesagt.  

Söder machte mit Blick auf die K-Frage eine kryptische Aussage

Mit Blick auf die K-Frage und den CDU-Parteitag im Dezember hatte Söder auch gesagt: „Wer weiß, was bis dahin noch alles passiert.“ Außerdem hatte er in einer Äußerung über Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hinzugefügt: „Die Krise zeigt, wem die Deutschen in schwierigen Zeiten vertrauen.“ Angesichts Söders zuletzt auffallend positiver Umfragewerte, wurden diese Aussagen umso aufmerksamer registriert. 

Ob Söder möglicherweise tatsächlich ins Rennen um das Kanzleramt einsteigt, bleibt wohl abzuwarten. Doch eines steht offenbar definitiv fest: Die derzeitige Kanzlerin Merkel zieht eine fünfte Amtszeit nicht in Betracht. Das betonte sie am Donnerstagabend bei Fernsehinterviews im ZDF und in der ARD vehement. „Nein, da überlege ich nicht, das habe ich oft gesagt“, antwortete Merkel auf die Frage nach einer erneuten Kanzlerkandidatur bei der ARD. Und auch im ZDF teilte sie dieser Option eine deutliche Abfuhr. 

Übrigens: Markus Söder erhielt für seine Rolle in der Corona-Pandemie nicht nur positives Feedback. Mit konstruktiver Kritik an seinem politischen Handeln hatte ein Vorfall Ende Mai aber nichts zu tun. Denn Söder wurde ein Päckchen zugeschickt, dessen Inhalt nur als Provokation aufgefasst werden kann. Der CSU-Politiker postete ein Bild der Postsendung verbunden mit einer deutlichen Warnung auf Twitter.

Auch interessant: AfD-Politikerin Katrin Ebner-Steiner sorgte am Freitag mit einem Foto, auf dem sie bei einer Corona-Demo zu sehen ist, für Empörung.  Wer wird Angela Merkel als Kanzler(in) nachfolgen? Eine neue Umfrage sieht Söder vorn - auch in einer Koalition mit den Grünen.

Merz will Kanzler werden - in einer unerwarteten Koalition.

cia mit dpa

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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