Für Erdogan schaffte er sein eigenes Minister-Amt ab

Loyaler Gefolgsmann und AKP-Mitgründer: Erdogan-Kandidat Binali Yildirim im Portät

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Binali Yildirim ist der AKP-Kandidat für die Kommunalwahlen in der Türkei

Umstrittene Neuwahlen in Istanbul: Für die AKP geht erneut Binali Yildirim ins Rennen. Der AKP-Kandidat und enge Erdogan-Vertraute im Porträt.

Istanbul - Er stand stets im Schatten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, nun ist er im Rampenlicht: Binali Yildirim (63) tritt erneut als Bürgermeister gegen den Oppositionskandidaten Ekrem Imamoglu an, obwohl er dem Politiker Ende März knapp unterlag.

Immer wieder wurde Yildirim nachgesagt, gar keine Lust auf das Bürgermeisteramt zu haben. Aus Erdogans Sicht dürfte er aber der Richtige für den Posten in der Wirtschaftsmetropole sein. Schließlich gilt Yildirim als loyaler Gefolgsmann des türkischen Präsidenten.

Schon in den 1990er Jahren stand Yildirim an der Seite Erdogans. Damals war der heutige Präsident Bürgermeister von Istanbul, Yildirim war der Chef der städtischen Fährgesellschaft Ido. Er folgte Erdogan in die Politik und gründete gemeinsam mit ihm und anderen Mitstreitern die islamisch-konservative AKP.

Als die Partei 2002 in der Türkei an die Macht kam, wurde Yildirim Verkehrsminister, er übte das Amt mit kurzen Unterbrechungen mehr als zehn Jahre lang aus. Erdogan wurde 2003 Ministerpräsident und 2014 dann Staatschef. Im Jahr 2016 verhalf er Yildirim auf den Posten des Ministerpräsidenten, nachdem dessen Vorgänger Ahmet Davutoglu in Ungnade gefallen war. Als Ministerpräsident warb Yildirim vergangenes Jahr für die Einführung eines Präsidialsystems und damit für die Abschaffung seines eigenen Amtes. Er machte Platz für Erdogan, der seit vergangenem Jahr sowohl Staats- als auch Regierungschef ist.

Yildirim stammt aus der Stadt Refahiye in der osttürkischen Provinz Erzincan. An der Technischen Universität Istanbul studierte er Schiffbau. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

dpa

Der Grünen-Politiker Cemal Bozoğlu wird die Wahl in Istanbul vor Ort beobachten. Er glaubt, dass es bei einer Niederlage schwer für die Erdogan-Partei AKP wird, noch lange an der Macht zu bleiben. Wir haben mit dem gebürtigen Türken gesprochen.

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