Irans Präsident: "Wir sind gegen Atombomben"

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Spricht mit gespaltener Zunge: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Köln - Der iranische Präsident Ahmadinedschad lässt Uran anreichern - und behauptet jetzt in einem Interview, gegen Atombomben zu sein. Auf gute Beziehungen zu Deutschland könne er verzichten.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den zivilen Charakter des Atomprogramms seines Landes beteuert. Im einem am Donnerstag veröffentlichten RTL-Interview betonte der Präsident: “Wir sind grundsätzlich gegen Atombomben. Wir glauben nicht daran, sowohl was unsere Werte betrifft, als auch politisch. Für uns sind Massenvernichtungswaffen unmenschlich.“

Gleichzeitig hielt der Politiker aber am Atomprogramm fest: “Wenn man uns keinen Brennstoff gibt, werden wir ihn selbst produzieren“, sagte er. Der US-Regierung warf Ahmadinedschad vor, mit zweierlei Maß zu messen. “Wenn sie gegen Atomwaffen sind, sollten sie zuerst ihre eigenen abbauen“, zitierte der Sender den iranischen Präsidenten. “Unsere Gegner sagen, es kann sein, dass Iran eine Atomwaffe baut. Eine einzige Bombe. Eine Bombe! Die haben Zehntausende auf Lager“, empörte sich der Iraner.

Unbeeindruckt zeigte sich der Präsident von der Möglichkeit neuer internationaler Sanktionen gegen sein Land. “Für uns wird sich in Zukunft nicht viel ändern. Iraner sind stark. Wir kommen ohne andere aus. Wir brauchen die anderen gar nicht. Weder in der Wirtschaft, noch in der Industrie oder in der Landwirtschaft“, zitierte ihn der Sender. “Auf Länder, die auf uns Druck ausüben, können wir verzichten.“

Auch mit Blick auf Deutschland, bisher einer der wichtigsten Handelspartner des Iran, machte Ahmadinedschad keine Ausnahme: “Wir wünschen gute wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland, genauso wie kulturelle, aber wir kommen ohne sie auch zurecht“, sagte er.

AP

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