Ifo-Chef Sinn lobt Sparpaket

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Der Chef des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, lobt Sparpaket .

Berlin - Der Chef des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, hat das 80-Milliarden-Euro- Sparpaket der Bundesregierung als sozial gerecht gelobt.

“Es ist nach meinem Eindruck ausgewogen“, sagte Sinn der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post“ (Dienstag). “Geld, das man nicht hat, kann man nicht ausgeben.“ Die Konjunktur werde durch das Sparpaket kaum beeinträchtigt. Sinn: “Wir sind heute in einem starken Konjunkturaufschwung, in dem man Konsolidierung am ehesten verkraften kann.“ Er forderte über das Sparpaket hinaus die Einführung einer Pkw-Maut. Der Regensburger “Wirtschaftsweise“ Wolfgang Wiegard bezweifelt, dass der deutsche Staatshaushalt ohne Steuererhöhungen saniert werden kann.

Im Gespräch mit der “Mittelbayerischen Zeitung“ (Dienstag) sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, bis zum Ende dieser Legislaturperiode könne man wohl noch ohne Steuererhöhungen auskommen, danach werde es spannend: “Ich glaube nach wie vor, dass es dann kaum ohne Steuererhöhungen geht.“ Wiegard hatte sich wiederholt für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ausgesprochen.

Das Sparpaket wird das Wachstum in Deutschland nach Ansicht des Chefvolkswirts der Deka-Bank, Ulrich Kater, dämpfen. Der Effekt sei 2011 noch sehr gering, sagte Kater der “Berliner Zeitung“ (Dienstag). In den folgenden Jahren werde das Bruttoinlandprodukt (BIP) dann durch das Sparprogramm um 0,5 bis 1 Prozent weniger wachsen als ohne die Konsolidierungsschritte. Die Konjunktur sei aber stark genug, um dies zu verkraften. So profitiere Deutschland von der Erholung der Weltwirtschaft. Der Direktor des gewerkschaftsnahen Forschungsinstituts IMK, Gustav Horn, sprach von leicht negativen Impulsen auf die Konjunktur. Die Regierung tue nichts, um die Binnennachfrage zu stärken, kritisierte Horn.

dpa

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