Türkei fordert Auslieferung

Hunderte türkische Amtsträger wollen Asyl in Deutschland

Neue Zahlen zeigen: Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei sind zahlreiche türkische Diplomaten nach Deutschland geflohen. Ihre Asylanträge sorgen für Streit. 

Berlin - Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Juni 2016 haben 250 Menschen mit türkischem Diplomatenpass und 365 sogenannte Dienstpassinhaber einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) der Rhein-Zeitung unter Berufung auf eine Statistik bis Ende August dieses Jahres. 

Die Angaben umfassen auch die Familienangehörigen von Diplomaten und Dienstpassinhabern. Für de Maizière ist dies "eine beachtliche, aber auch nicht extrem hohe Zahl". Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge behandele jeden dieser Fälle "wie alle anderen auch, nach Recht und Gesetz". 

Rund 150.000 Staatsbedienstete, darunter Polizisten, Justizbeamte und Lehrer, wurden seit dem gescheiterten Staatsstreich im Juli 2016 in der Türkei entlassen. Sie werden verdächtigt, Anhänger der Gülen-Bewegung zu sein, die von der türkischen Regierung für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. 

Die Asylanträge von türkischen Amtsträgern sind ein Streitpunkt in den äußerst angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert die Auslieferung der Asylsuchenden, unter denen sich auch mehrere Offiziere der türkischen Armee befinden. Die Türkei hält nach Angaben des Auswärtigen Amtes zehn deutsche Staatsbürger aus politischen Gründen in Haft. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) wirft Erdogan vor, die Häftlinge als "Geiseln" zu halten

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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