Heftige Kritik: Ramsauer prüft Moped-Schein ab 15

Berlin - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will angesichts von Sicherheitsbedenken die geplante Altersabsenkung beim Erwerb eines Mopedführerscheins auf 15 Jahre überprüfen.

Er sehe die Kritik von Fachleuten an den Plänen der schwarz-gelben Koalition “mit großer Betroffenheit“, sagte er der “Leipziger Volkszeitung“ (Samstag). Unter anderem hatte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat auf erhöhte Unfallzahlen in Österreich verwiesen, wo die Regelung bereits gilt. Der Antrag von Union und FDP war am Mittwoch vom Verkehrsausschuss des Bundestags angenommen worden.

“Ich fühle mich als Verkehrsminister besonders der Verkehrssicherheit verpflichtet, der “Option null Verkehrstote““, sagte Ramsauer der Zeitung. Er müsse die Bedenken von Experten ernst nehmen. “Wir haben eine einzige Gruppe von Verkehrsteilnehmern, bei denen im vergangenen Jahr die Zahl der Todesfälle angestiegen ist: Das ist die Gruppe der Motorradfahrer“, sagte Ramsauer.

Die zuständige Berichterstatterin für Verkehrssicherheit der SPD- Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, verlangte, dass der “voreilig in Umlauf gebrachte“ Entwurf so schnell wie möglich wieder zurückgenommen werde. Verbände und Experten hätten bereits vor Wochen in einer Sachverständigenanhörung vor der neuen Regelung gewarnt.

“Wir prüfen derzeit diesen ganzen Vorgang“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der Verkehrsminister habe sich nicht von dem Vorhaben distanziert, das Alter für den Erwerbs des Mopedführerscheins von 16 auf 15 Jahre abzusenken. Es müssten aber alle Sicherheitsfragen geklärt werden.

dpa

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