Grüne gegen Olympia: Konsequenzen für Bewerbung?

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Die Grünen haben auf dem Parteitag gegen Olympische Winterspiele in München gestimmt.

München/Garmisch-Partenkirchen - Der Rückzug von Grünen-Chefin Claudia Roth aus dem Bewerbungs-Kuratorium für die Winterspiele 2018 in München war ein unerwarteter Rückschlag. Was das für die Olympia-Bewerbung bedeutet:

Negativfolgen oder gar einen Imageschaden befürchten Münchens Olympia-Macher nicht. “Ich bin natürlich nicht begeistert, aber ihre Entscheidung wird keine negativen Auswirkungen auf die Bewerbung haben“, erklärte der Aufsichtsratschef Michael Vesper am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. “Die Substanz der Bewerbung ändert sich dadurch nicht.“

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Nach der unerfreulichen Nachricht schüttelten sich die krisenerprobten Spitzenfunktionäre der Münchner Kandidatur kurz, dann richteten sie ihren Fokus sofort auf den nächsten wichtigen Termin am Freitag in Belgrad. Im Dreikampf um Olympia 2018 werden sich München, der südkoreanische Favorit Pyeongchang und die französische Kleinstadt Annecy vor den Nationalen Olympischen Komitees Europas präsentieren. Bis dahin dürfte auch ein eventuelles Nachbeben in der Causa Roth keine Rolle mehr spielen.

Nach dem Nein der Grünen-Basis zu den bayerischen Olympia-Plänen “im Kunstschnee“ bestätigte Roth am Sonntag in Freiburg ihren Rückzug aus dem hochrangig besetzten Gremium, das seit dem 10. Juli 2009 von Katarina Witt als Vorsitzender angeführt wird. “Wir haben einmütig beschlossen, dass wir uns aus dem Kuratorium zurückziehen als Partei“, so Roth und handelte sich dafür prompt Kritik von Außenminister Guido Westerwelle ein, der es bedauerte, dass die Grünen “diesem gemeinsamen deutschen Anliegen in den Rücken fallen“. Westerwelle hält den Schritt für “einen schweren Fehler“.

Auch Staatskanzlei-Chef Siegfried Schneider kritisierte die Haltung der Grünen. “Hier hat grüne Ideologie gegen überzeugende Sachargumente für die ökologischste Bewerbung für olympische Winterspiele, die es jemals gab, gesiegt“, sagte Schneider am Sonntag. “Die Grünen stellen sich ein weiteres Mal ins gesellschaftliche Abseits.“ Ihre Vorsitzende Roth gebe die Partei damit der Lächerlichkeit preis. “Sie ist aus vollem Herzen für Olympia und muss jetzt dagegen polemisieren.“

Neben Westerwelle sitzen auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU), SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, Ex-Kanzler Gerhard Schröder, Fußball-Legende Franz Beckenbauer und Star-Geigerin Anne- Sophie Mutter im Kuratorium. “Ich bedaure den Rückzug von Claudia Roth aus dem Kuratorium sehr“, erklärte Chefin Witt, “als Vorsitzende verliere ich dadurch eine sportaffine, starke Mitstreiterin. Claudia Roth musste wohl offenbar aufgrund des parteipolitischem Votums ihre Entscheidung in dieser Form treffen.“

Am späten Samstagabend hatte sich auf dem Bundesparteitag der Grünen eine Mehrheit gegen die Olympia-Bewerbung in Bayern ausgesprochen. Roth und auch der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann hatten sich für das Ringe-Spektakel stark gemacht. “Das ist das beste, ökologisch nachhaltigste Konzept, das es jemals gegeben hat. Wir sind keine Hurra-Olympioniken“, betonte Hermann. In einer hitzigen Debatte hatten die Olympia-Gegner kritisiert, die Spiele seien nur vorgeblich ökologisch ausgerichtet. Es gehe schließlich um die grüne Glaubwürdigkeit in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit.

Korbinian Freier vom Kreisverband Garmisch-Partenkirchen erwartet sogar “Spiele im Kunstschnee“, “Spiele der fehlenden Partizipation“ und “Spiele der frisierten Zahlen“. Roth verfolgte die Verkündung der Entscheidung in Freiburg mit versteinerter Miene. 289 Delegierte stimmten dem Antrag gegen Olympia zu, 244 waren dagegen, 70 enthielten sich. Die Münchner Erfolgschancen dürften davon jedoch in keiner Weise beeinträchtigt werden, da “die entscheidenden Mehrheitsparteien in Bund, Freistaat Bayern und Kommunen die Olympiabewerbung mit großem Engagement tragen und voll unterstützen“, so Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Die Grünen sind beim Thema Olympia seit längerem gespalten. Im Oktober hatte sich der bayerische Landtag einmütig hinter die Bewerbung gestellt - mit Ausnahme der oppositionellen Grünen. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) kann sich im Münchner Stadtrat dagegen bislang auf seinen grünen Koalitionspartner stützen.

dpa

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