Corona in Deutschland

Neue Regeln für Geimpfte und Genesene: Diese Lockerungen gelten seit Sonntag

Corona-Geimpfte und Genesene bekommen einige Freiheiten zurück. Die neuen Regeln gelten seit Sonntag. Um welche Vorteile es sich handelt.

Update vom 9. Mai, 11.04 Uhr: Ab dem heutigen Sonntag haben Geimpfte und Genesene deutschlandweit mehr Freiheiten. Insbesondere von gelockerten Kontaktbeschränkungen profitieren bestimmte Personengruppen. Doch es gibt noch weitere Privilgien. NRW war bereits am Montag vorgeprescht und hatte seinen Bürgern einzelne Vorteile gewährt.

Neue Regeln für Geimpfte und Genesene: Diese Lockerungen gelten ab Sonntag

Hamm - Jetzt ist es offiziell: Es wird bundesweite Lockerungen geben für die Personen, die bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von der Erkrankung genesen sind. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schon angekündigt hatte, tritt die neue Verordnung bereits am Sonntag in Kraft. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
Staats- und Regierungsformparlamentarische Republik (Bundesrepublik)

Neue Regeln für Geimpfte und Genesene: Wann die Vorteile und Freiheiten gelten sollen

Das Bundeskabinett beschloss am Dienstag die entsprechende Rechtsverordnung. Der Bundestag billigte die entsprechende Verordnung am Donnerstag, am Freitag passierte sie den Bundesrat. In vielen Bereichen werden sie negativ Getesteten gleichgestellt. Dazu fallen einer Reihe von Corona-Regeln für sie weg. Der Impfnachweis wird damit zum Ticket in die Freiheit. Nordrhein-Westfalen ist bereits vorgeprescht: In NRW gelten bereits Lockerungen für Corona-Geimpfte und Genesene.

Konkret geht es um folgende bundesweite Vorteile für Corona-Geimpfte und Genesene:

  • Private Treffen: Die aktuellen Kontaktbeschränkungen sollen nicht mehr gelten, wenn ausschließlich Geimpfte oder Genesene an diesem Treffen teilnehmen. Ganz gleich, ob zum Abendessen, Filmabende oder ähnliches. Dazu kommt: Geimpfte oder Genesene werden bei privaten Treffen nicht mehr mitgezählt. Heißt also: Da, wo sich aktuell nur ein Haushalt mit einer weiteren Person (plus Kinder bis 14 Jahre) treffen darf, könnten beliebig viele Geimpfte und Genesene hinzukommen.
  • Ausgangssperre: Die in der Bundes-Notbremse verankerten Ausgangsbeschränkungen von 22 bis 5 Uhr sollen für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten.
  • Gleiches Recht wie Getestete: Geimpfte und Genesene sollen wie negativ Getestete zählen, was bedeutet: Sie müssen beim Einkaufen im Einzelhandel oder beim Friseur-Besuch keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen.
  • Quarantänepflicht: Nach Reisen müssen Geimpfte und Genesene nicht mehr in Quarantäne - außer, sie reisen aus einem Virusvariantengebiet ein.

Für Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sind diese Maßnahmen ein „wichtiger Schritt hin zur Normalität“, sagte die SPD-Politikerin. Dennoch müssen sich Geimpfte und Genesene trotz der zurückgewonnenen Freiheiten und Vorteile weiterhin an Corona-Regeln halten. Die Maskenpflicht an bestimmten Orten sowie das Abstandsgebot im öffentlichen Raum sollen zum Beispiel weiter gelten. „Der Erfolg der Impfungen bedeutet nicht, dass wir achtlos werden dürfen“, betonte Christine Lambrecht. Die Pandemie sei noch nicht überstanden, und ein individuelles Restrisiko bestehe auch bei Geimpften und Genesenen.

Neue Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene: Jens Spahn mahnt weiter zu Umsicht und Vorsicht

Auch Jens Spahn rief Geimpfte und Genesene trotz der zurückgewonnenen Freiheiten und Vorteile zu Umsicht und Vorsicht aufgerufen. „Wir haben Anlass zu viel Zuversicht und Perspektive: Die Zahl der Impfungen steigt, wir können Lockerungen machen“, sagte der CDU-Politiker. „Aber wir sind auch noch in der dritten Welle.“

Der Bundesgesundheitsminister ergänzte: „Aber wir sind auch noch in der dritten Welle.“ Die Corona-Zahlen in Deutschland gingen runter, aber seien noch nicht tief genug, die Intensivstationen seien noch stark belastet. „Zuversicht paaren mit Umsicht und Vorsicht“ sei das Gebot der Stunde, sagte Jens Spahn.

Trotz Corona-Impfung: Jens Spahn warnt vor zu schnellen Öffnungen

Die Erfahrungen anderer Länder auf der Welt hätten gezeigt: „Wer zu schnell öffnet, den kann das auch sehr, sehr schnell wieder einholen“, mahnte der Bundesgesundheitsminister. „Wir machen das eben Schritt für Schritt mit Augenmaß, aber auch mit einem Verständnis dafür, dass es hier um Grundrechte und Freiheiten geht.“

Für Öffnungsschritte in Regionen mit Inzidenzen unter 100 verwies er auf den Beschluss von Bund und Länder vom 3. März: Die Länder sollten sich vor allem auf die Bereiche draußen, etwa die Außengastronomie, konzentrieren.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/dpa

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