Gauck würdigt "Mut-Bürger in Uniform"

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Zum Antrittsbesuch bei der Bundeswehr: Bundespräsident Joachim Gauck.

Hamburg - Bundespräsident Joachim Gauck hat zwei Drittel seines Lebens in Diktaturen gelebt. Er verbindet keine angenehmen Erinnerungen mit dem Militärischen. In Hamburg erklärte er jetzt sein Verhältnis zur Bundeswehr.

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Bundeswehr am Dienstag als „Friedensmotor“ gewürdigt. Bei seinem Antrittsbesuch in der Hamburger Führungsakademie bezeichnete er militärische Gewalt zwar als ein Übel. „Aber sie kann - solange wir in der Welt leben, in der wir leben, notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden“, sagte Gauck. Die Soldaten lobte er als „Mut-Bürger in Uniform“.

Frieden, Freiheit und Achtung der Menschenwürde entstünden nicht von allein, das wüssten gerade die Deutschen, denen einst ausländische Soldaten die Möglichkeit der Freiheit geschenkt hätten. Auf dem Balkan, in Afghanistan und vor Somalia sei die Bundeswehr heute im Einsatz gegen Terror und Piraten. Sie trage zur Lösung von Konflikten bei, und schaffe friedliche Koexistenz, wo Hass regiere. Auf die geplanten Standortschließungen im Rahmen der Bundeswehrreform ging Gauck nicht ein.

Der Bundespräsident wurde in der Führungsakademie von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) mit militärischen Ehren begrüßt. Beide schritten eine Ehrenkompanie des Wachbataillons ab. Rund 100 Kinder des evangelischen Kindergartens in der Bundeswehreinrichtung hatten sich aufgestellt und überreichten dem Bundespräsidenten selbst gebastelte Papier-Blumen.

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

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Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Achim Lidsba, wertete Gaucks Besuch als Signal für die Arbeit der höchsten militärischen Ausbildungsstätte der Bundeswehr. Die Führungsakademie feierte am Dienstag „50 Jahre Internationaler Generalstabslehrgang“ - ursprünglich sollte Gaucks Vorgänger Christian Wulff zu der Veranstaltung kommen.

An der militärischen Studieneinrichtung in Hamburg werden seit 1957 Generäle, Admirale und Stabsoffiziere der Bundeswehr ausgebildet. An den Lehrgängen nehmen ständig mehr als 600 Soldaten teil, davon rund 100 ausländische Offiziere aus mehr als 50 anderen Nationen.

Der Rostocker Gauck erinnerte in seiner Ansprache daran, dass er in seinem Leben das Militärische als Begrenzung der Freiheit kennengelernt habe. Die „Volksarmee“ der DDR sei einer Partei verpflichtet gewesen, die sich nicht scheute, Soldaten auch gegen das Volk einzusetzen. Die Bundeswehr sei jedoch keine Parteienarmee, sondern eine „Parlamentsarmee“, deren Einsätze unter dem Vorbehalt der Volksvertreter stünden. „Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sie ist eine Stütze unserer Freiheit.“ Der Aufbau der Bundeswehr sei ein Teil des „Demokratiewunders“, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen und vor mehr als zwei Jahrzehnten auch im Osten des Landes vollzogen habe.

Die Soldaten schützten Freiheit und Sicherheit, Menschenwürde und das Recht jedes Einzelnen auf Unversehrtheit. Es müsse mehr über die Einsätze der Bundeswehr debattiert werden.

dpa

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