„Fridays For Future“

Greta Thunberg wirft Merkel und Co. „Versagen“ vor - schlimmer Zwischenfall in Jena

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Die Umweltaktivistin Greta Thunberg (Mitte) nimmt zusammen mit Schülern aus Europa an der Klimademonstration "Fridays for Future" am Brandenburger Tor teil.

Klima-Ikone Greta Thunberg hat am Freitag bei einer „Fridays for Future“-Demo in Berlin gesprochen - bei einer Parallelveranstaltung in Jena gab es einen Zwischenfall.

14:54 Uhr: Bei einem Auftritt in Berlin hat die junge schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg einen ernsthaften Umgang mit den Sorgen ihrer jugendlichen Mitstreiter eingefordert. "Die älteren Generationen haben dabei versagt, sich der größten Katastrophe zuzuwenden, der sich die Menschheit je gegenübersah", sagte die 16-Jährige am Freitag bei einer Großdemo von tausenden klimastreikenden Schülern und Studenten am Brandenburger Tor mit Blick auf den globalen Klimawandel.

Thunberg ergänzte: "Wenn wir jetzt zu ihnen sagen, dass wir uns Sorgen um die Zivilisation machen, streicheln sie uns über den Kopf und sagen: Es wird alles gut, mach' Dir keine Sorgen... Aber wir müssen uns Sorgen machen." Es sei energisches Umsteuern nötig, die Menschheit müsse angesichts der Krise ihre "Komfortzone" verlassen.

"Wenn man sich in einer Krise befindet, dann verändert man sein Verhalten", sagte die inzwischen weltbekannte Schülerin. Bislang sei aber trotz anhaltender Proteste von Jugendlichen weltweit noch nichts passiert. Diese seien aber nur "der Anfang vom Anfang", rief Thunberg.

In Berlin versammelten sich am Freitag nach Angaben der Polizei vor Ort mehr als 20.000 mit Thunberg, die vor einigen Wochen bereits einen Schülerstreik in Hamburg besucht hatte. Laut der Initiative Fridays for Future gab es weitere Demos in über 40 Städten bundesweit.

Mehr als 10.000 Schüler bei „Fridays for Future“ in Berlin - Zwischenfall bei Demo im Jena

14.24 Uhr: Mehr als 10.000 Schüler sind am Freitag in Berlin nach Polizeiangaben für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. In die „Fridays For Future“-Demonstration reihte sich auch deren Gründerin, die Schwedin Greta Thunberg, ein. Ihre Rede bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor wurde mit Spannung erwartet. Ein Sprecher rief den Teilnehmern entgegen: „Wir warten alle auf Greta, aber es gibt noch viele tolle andere Redner.“ Ursprünglich sollte die 16-Jährige gegen 13 Uhr sprechen. Zunächst traten Aktivisten aus mehreren europäischen Ländern auf. Sie riefen zum Kampf gegen den Klimawandel auf.

Derweil kam es bei der „Fridays For Future“-Demo offenbar in Jena zu einer Ausschreitung. Ein 36-Jähriger soll am Freitag einen 17 Jahre alten Redner angegriffen haben. Wie eine Polizeisprecherin sagte, ging der Mann auf den Jugendlichen zu, schlug ihm ins Gesicht und entriss ihm das Mikrofon. Danach habe er mehreren Jugendlichen, die dazwischengingen, ins Gesicht geschlagen. Der Polizei gegenüber soll der Mann angegeben haben, von der lauten Versammlung genervt gewesen zu sein. Die Jugendlichen wurden leicht verletzt. Insgesamt hätten sich rund 40 Menschen an der Demonstration beteiligt.

Erstmeldung: Fridays For Future in Berlin - Polizei hat bis zu 15.000 Teilnehmer erwartet

Berlin - Vor dem Auftritt der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg sind am Freitag in Berlin tausende Schüler zum sogenannten Klimastreik zusammengekommen. Sie versammelten sich am Vormittag im Invalidenpark nahe dem Bundeswirtschaftsministerium, um von dort zum Brandenburger Tor zu ziehen. Dort soll die 16-jährige Thunberg am Mittag zu den Demonstranten der Bewegung Fridays for Future sprechen.

Die Berliner Polizei sprach in einem Tweet von 15.000 erwarteten Teilnehmern. 300 Beamte seien im Einsatz.

Thunberg begann im Sommer 2018, vor dem Parlamentsgebäude in Stockholm für besseren Klimaschutz zu protestieren. Mit Reden bei internationalen politischen Konferenzen erlangte sie weltweite Bekanntheit. Neben Berliner Schülern streiken am Freitag auch wieder Jugendliche in zahlreichen weiteren Städten. Die junge Aktivistin war Anfang März zum ersten Mal in Deutschland bei einer Demo aufgetreten.

Thunberg will nach dem Streik das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung besuchen. Zudem erhält sie am Samstag in Berlin einen Sonderpreis Klimaschutz bei der Verleihung der Goldenen Kamera.

Auch interessant: Merkel kritisiert Klimaaktivistin Greta Thunberg mit merkwürdiger Anspielung - die kontert oder Brexit-Schlacht läuft: Plötzlich bekommt May Unterstützung von ihrem Gegner - Merkel kommt überraschend oder Fremdscham-Szene bei der „Goldenen Kamera“: Erst Greta Thunberg geehrt, dann SUV verschenkt

AFP/fn

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