Festgenommenen Deutschen im Iran geht es gut 

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Grünen-Chefin Claudia Roth und Peter Gauweiler: “Nun hoffen wir auf ein faires Verfahren und eine baldige Freilassung.“

Berlin/Teheran - Den beiden seit fast zwei Wochen im Iran festgehaltenen Deutschen geht es nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle den Umständen entsprechend gut.

Mitarbeiter der deutschen Botschaft hätten jetzt Zugang zu ihnen, teilte Westerwelle am Donnerstag in Berlin mit. Er hatte mehrfach seinen iranischen Amtskollegen Manuchehr Mottaki gebeten, sich für eine konsularische Betreuung einzusetzen.

Die beiden Männer waren am 10. Oktober verhaftet worden, als sie in der nordwestiranischen Provinz Aserbaidschan mit dem Sohn und dem Anwalt der zum Tode durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammad-Aschtiani sprechen wollten. Seitdem werden sie in einem Gefängnis der Provinzhauptstadt Täbris festgehalten.

“Wir sind froh, dass der Kontakt zu den beiden Deutschen endlich aufgenommen werden konnte“, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Teheran. Sie hält sich mit einer Bundestagsdelegation im Iran auf. “Nun hoffen wir auf ein faires Verfahren und eine baldige Freilassung.“

Roth und die anderen vier Mitglieder der Bundestagsdelegation waren sich jedoch im Unklaren, was den beiden nun vorgeworfen wird. Der Reporter und der Fotograf haben laut Delegation inzwischen zwar einen hiesigen Anwalt, aber auch der Anwalt wurde bis jetzt noch nicht über die Anschuldigungen informiert.

Die iranische Staatsanwaltschaft wirft den Deutschen nicht nur vor, ohne amtliche Akkreditierung und lediglich mit einem Touristenvisum einer journalistischen Tätigkeit nachgegangen zu sein. Sie seien auch mit Dissidenten in Deutschland in Kontakt gewesen. Bei einer Nichtakkreditierung könnten die Deutschen mit einer Ausweisung davonkommen. In Fall einer Zusammenarbeit mit Dissidenten könnten ihnen jedoch Gefährdung der nationalen Sicherheit unterstellt werden, was dann ein langwieriges und kompliziertes Prozedere zur Folge hätte.

Nach informierten Kreisen in Teheran will die iranische Regierung die Angelegenheit sobald wie möglich erledigen, um eine politische Krise mit Berlin zu vermeiden. Dies wurde in den Treffen mit der Bundestagsdelegation auch angedeutet. Aber die ultrakonservativen Kleriker in der Justizbehörde wollen den Fall innerhalb des rechtlichen Rahmens halten, damit andere ausländische Journalisten nicht auf die Idee kommen, ohne Genehmigung und nur mit einem Touristenvisum in den Iran einzureisen.

dpa

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