FDP-Maulwurf muss gehen  

+
Das undatierte Foto zeigt den bisherigen Bürochef von FPD-Parteichef Westerwelle, Helmut Metzner.

Berlin - Die FDP-Spitze hat sich vom US-Informanten, Helmut Metzner, getrennt. Das Arbeitsverhältnis zwischen der Bundesgeschäftsstelle und dem Ex-Büroleiter von FDP-Chef Guido Westerwelle sei “einvernehmlich“ aufgelöst worden.

Lesen Sie auch:

Westerwelle lässt Ex-Büroleiter länger im "Urlaub"

Westerwelle-Büroleiter ist der FDP-Maulwurf

Das sagte Parteisprecher Wulf Oehme am Mittwoch. Über Details der Vertragsauflösung wurde Stillschweigen vereinbart. Metzner ist damit ab sofort nicht mehr für die Partei tätig. Der ehemalige FDP-Mitarbeiter soll der US-Botschaft in Berlin unter anderem Interna aus den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP verraten haben.

Die Liberalen erfuhren von einem “Maulwurf“ in ihren Reihen durch vertrauliche Dokumente des US-Außenministeriums, die von der Internetplattform Wikileaks veröffentlicht wurden. Der Informant soll vom amerikanischen Botschafter Philip Murphy als junger, aufstrebender FDP-Mitarbeiter beschrieben worden sein, der gerne auch aus seinen persönlichen Gesprächsnotizen vorgelesen habe.

Nach internen Befragungen geoutet

Nach hausinternen Befragungen outete sich Metzner, der zum Zeitpunkt der Koalitionsverhandlungen Leiter der Abteilung “Strategie und Kampagne“ war, vor einer Woche schließlich. Der 41-Jährige wurde daraufhin von der Parteispitze beurlaubt. Die FDP hob zugleich stets hervor, dass keine vertraulichen Dokumente übergeben oder zur Einsicht gewährt worden seien und es keine Anhaltspunkte für ein “rechtlich angreifbares Verhalten“ gebe. Metzner seinerseits schaltete eine Anwalt ein, um der Parteizentrale seine Forderungen für die berufliche Zukunft mitzuteilen. “Ich muss meine Existenz sichern“, begründete er den Schritt am Wochenende in der “Bild am Sonntag“.

Wikileaks hatte vor knapp zwei Wochen rund 250.000 teils vertrauliche Dokumente des US-Außenministeriums ins Internet gestellt. Darin wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter anderem als risikoscheu und wenig kreativ beschrieben, Westerwelle als eitel und überschäumend, CSU-Chef Horst Seehofer als unberechenbar. dapd

Wikileaks: So denken die Amis über Merkel & Co.

Wikileaks: So denken die Amis WIRKLICH über Merkel & Co.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare