EU-Parlament stimmt über Lebensmittel-Ampel ab

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Eine Tabelle in Scheckkartenform mit der Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel liegt zur Nährwertkennzeichnung auf einem Tiefkühlprodukt.

Straßburg - Das EU-Parlament stimmt heute über die Kennzeichnung von Lebensmitteln ab. Mithilfe einer "Ampel" sollen Verbraucher rasch erkennen können, wie viel Fett, Salz und Zucker ein Produkt enthält.

Fettleibigkeit und Zuckerkrankheiten in der EU nehmen zu - deshalb sollen Lebensmittel klarer gekennzeichnet werden. Das EU-Parlament will mit seiner Abstimmung an diesem Mittwoch den Verbrauchern eine Orientierung geben, wie gesund oder ungesund verarbeitete Produkte sind - hauptsächlich Fertiggerichte wie Pizza oder Tütensuppen. Wie das geschehen soll, ist allerdings noch höchst umstritten. Die von den Grünen favorisierte Ampel-Kennzeichnung - rot für einen hohen Anteil an Fett, Zucker oder Salz, gelb für einen mittleren und grün für einen niedrigen und damit gesundheitlich unbedenklichen Anteil - ist im Umweltausschuss des Parlaments abgelehnt worden.

Zu willkürlich und zu missverständlich, kritisierten die Gegner. Auch die Nahrungsmittelindustrie war gegen die Ampel-Kennzeichnung Sturm gelaufen. Die Christdemokraten meinen, dass drei Farben nicht ausreichen, um Verbraucher auf lauernde Gesundheitsgefahren aufmerksam zu machen. Stattdessen sollen die Hersteller auf den Verpackungen klare Informationen über Fett, Zucker, Salz, Eiweiß, Kohlenhydrate und den Energiewert geben. Der Brennwert in Kilokalorien je 100 Gramm soll noch auffälliger auf Verpackungen platziert werden.

Einfache Nahrungsmittel wie Fleisch, Gemüse oder Obst sind von dieser Kennzeichnungspflicht nicht betroffen. Doch die Befürworter der Ampel geben sich noch nicht geschlagen. “Wir sind für möglichst einfache Lösungen, um die Informationsflut einzudämmen“, sagte die Grüne Rebecca Harms am Dienstag in Straßburg. Bei dieser ersten Lesung könnten die drei Farbpunkte wieder auf den Tisch kommen, zumal das Votum im Ausschuss mit 30 Ja- und 31 Nein-Stimmen denkbar knapp ausgefallen war. Mit dem Rat muss dann noch verhandelt werden, bevor es zur zweiten Lesung kommt.

dpa

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