EKD: Bundes-Atompolitik ist verantwortungslos

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EKD-Chef Nikolaus Schneider

Hannover - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat das längere Festhalten der Bundesregierung an der Atomkraft deutlich kritisiert.

“Wir brauchen eine Energiepolitik, die nicht wieder auf Atomkraft setzt“, sagte EKD-Chef Nikolaus Schneider am Sonntag bei der Tagung der EKD-Synode in Hannover. “Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken sehe ich deshalb kritisch.“ Dem Ausbau und der Nutzung regenerativer Energien gehöre die Zukunft.

“Für mich übersteigt die Dauer der Strahlung der einzulagernden Brennelemente das dem Menschen gegebene Maß an Verantwortungsmöglichkeit“, sagte Schneider. “Die Erfahrungen mit der Lagerstätte Asse haben uns erneut bewusst gemacht, dass Prognosen über die Eignung von Lagerstätten für radioaktiven Abfall wenig Zuverlässigkeit besitzen.“ Letztendlich überschritten die Folgeprobleme der Atomkraft jede menschliche Verantwortung.

Bereits in der Predigt des Eröffnungsgottesdienstes der Synode am Sonntagmorgen hatte der hannoversche Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen den Atomkurs der Regierung kritisiert. “Die wirtschaftlichen Interessen der Energiekonzerne, die bereits getätigten Milliardeninvestitionen dürfen nicht der Maßstab für politische Entscheidungen sein, sondern das, was lebensdienlich und menschengerecht ist.“

dpa

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