Nach dem Lübcke-Mord

Dunja Hayali mit Wut-Appell auf Facebook: „Ich habe keinen Bock mehr“ 

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Dunja Hayali hat sich mit einem wütenden Statement über Facebook gemeldet.

Dunja Hayali hat genug gesehen. Die Moderatorin richtet sich in einem Facebook-Post an ihre Fans und erklärt, warum sie „keinen Bock“ mehr hat. 

München - „Können Sie verstehen, dass man manchmal an den Punkt kommt, laut rufen zu wollen ‚Ich habe keinen Bock mehr!‘?“. Mit diesen Worten leitet Dunja Hayali einen längeren Facebook-Post ein, in dem die Moderatorin ihrer Wut einmal freien Lauf lässt. Nach dem Mord an dem Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den darauffolgenden Reaktionen, auch im Netz, reicht es der 45-Jährigen wohl - sie hat keinen Bock mehr. 

Dunja Hayali mit wütendem Post auf Facebook - keine Relativierungen mehr

In 15 Absätzen rechnet Hayali mit den Auswirkungen, die der Mord an Walter Lübcke hatte, aber auch allgemein mit dem Verhalten von Extremisten in Deutschland ab. Sie könne es nicht länger sehen, wie Rechtsradikale mörderische Gewalttaten damit relativieren würden, dass es ähnliche Straftaten auch auf dem anderen Ende des politischen Spektrums gebe. Einige Politiker reagierten auf den Mord in Kassel mit dem Hinweis darauf, dass mit der RAF auch eine linksextremistische Vereinigung für Straftaten in Deutschland verantwortlich war.

Weiter habe Hayali „keinen Bock mehr auf brechreizerregenden Jubel ‚im sozialen Netz‘, wenn ein Mensch ermordet wurde und darauf, dass dieser ‚Jubel‘ geflissentlich übersehen wird“, wie er auch nach dem Lübcke-Fall unter anderem auf Facebook seinen Platz fand. Im gleichen Atemzug betont die Moderatorin, dass es der falsche Ansatz sei, solche Anfeindungen darauf zu reduzieren, dass sie nur im Netz stattfinden würden. Dabei würde man vergessen, dass jeder Shitstorm Realität sei und jeder Aufruf Realität werden könne. Die Moderatorin brachte zuletzt auch mit einer Aussage in ihrer Talkshow mehrere Frauen gegen sich auf. 

Positives Schlusswort an ihre Follower: „Keinen Finger breit den Extremisten“

Doch die 45-Jährige lässt sich nicht unterkriegen und beendet ihr Statement auf einer positiven Note. Neben ihrer ganzen Wut habe sie nämlich auch „Bock“. „Auf die Verteidigung unserer Werte, unserer Demokratie, unseres Grundgesetzes, unserer Lebensform gegen alle, die meinen, das zerstören zu wollen.“ Es sei jetzt an der Zeit, dass die Menschen, die das genauso sehen würden, ihre Stimmen erheben und anfangen laut zu sein, fordert Hayali weiter. 

Denn eine Mehrheit würde nicht dadurch auffallen, dass sie so lange im Schweigen versinkt, bis sie keine mehr sei, analysiert die Moderatorin. Den letzten Satz ihres Statements entleiht sich Hayali aus einer Rede, die sie selbst vor knapp drei Wochen in Düsseldorf gehalten hat und gibt diesen ihren Followern offenbar als eine Art Mantra mit auf den Weg: „Keinen Finger breit den Extremisten, Terroristen, Radikalen, Lügnern und Populisten, die uns spalten und uns gegenseitig ausspielen wollen!“

Anfang August empfängt Dunja Hayali in ihrer ZDF-Talkshow Robert Habeck von den Grünen und „Sea-Watch 3“-Kapitänin Carola Rackete. Für diese Auswahl der Diskutanten musste sie heftige Kritik einstecken.

Bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg gelang der AfD ein Achtungserfolg. An den Regierungen wird die Partei aber nicht beteiligt sein. Wie es mit der AfD weiter geht diskutiert Dunja Hayali mit ihren Gästen.

fd

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