Drohgebärden von Fremden

SUV-Anfeindungen gegen FDP-Politikerin - Unternehmerin „nachhaltig verstört“

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Eine SUV-Fahrerin wurde in Düsseldorf von einem wütenden „Mob“ verbal attackiert. (Symbolfoto)

Die FDP-Lokalpolitikerin Jessica Brück wurde laut eigener Aussage auf offener Straße von einem wütenden „Mob“ attackiert. Der Grund: ihr SUV.

Schon länger stehen SUVs im Straßenverkehr in der Kritik. Gerade im Rahmen des UN-Klimagipfels und der „Fridays for Future“-Bewegung wird Individualverkehr in den Städten immer wieder gerügt. Teilweise nimmt der Protest aber auch Ausmaße an, die jeden Rahmen sprengen. Wie auch in die andere Richtung geht es oft um das Verhalten von einzelnen Personen und selten um das große Ganze. Das hat nun auch FDP-Politikerin Jessica Brück am eigenen Leib erfahren müssen. 

Düsseldorf: Attacke gegen SUV-Fahrerin von der FDP

Wie die FDP-Politikerin auf Twitter berichtet, war sie gerade in Düsseldorf mit ihrem SUV unterwegs, als sie „auf der Straße von einem ca. 15 Menschen starken Mob“ beschimpft und offen bedroht wurde. Laut ihrer Beschreibung fiel auch der Satz: „So etwas wie ich, hätte hier nichts zu suchen.“ Auch Äußerungen wie „Stadtpanzer“ und „fette Karre“ sollen gefallen sein.

Wie Focus  in Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, haben die Personen Brück an der Weiterfahrt gehindert. „Es ging direkt zur Sache“, erklärt die Unternehmerin. Gerade die Drohgebärden machten der FDP-Lokalpolitikerin Angst: „Das war keine besonders angenehme Situation. Meine 83-jährige Mutter auf der Rückbank bekam Angst.“

FDP-Politikerin: SUV-Vorfall habe sie „nachhaltig verstört“

Wie Brück der Rheinischen Post erzählt, habe sie der Vorfall „nachhaltig verstört“. Doch auch die Reaktionen auf ihren Tweet scheinen ausgeartet zu sein - laut eigener Aussage würde sie die Kommentare auf Twitter nicht mehr lesen, da die Diskussion „ausgeartet“ sei. 

In den Kommentaren zu dem Tweet von Brück findet sich sowohl Häme als auch Zuspruch. „Das ist ja furchtbar. Wie geht es dem Mercedes-Benz SUV denn? Hoffe, er hat es gut verkraftet“, schreibt ein Kommentator ironisch, ein anderer meint: „Ist doch auch peinlich, ein solches Auto zu fahren. Wenn man das nicht begreift, ist nicht zu helfen.“ Doch auch Zuspruch für die Reaktion der Politikerin findet sich: „Eine sehr üble Entwicklung. Neid frisst Hirn“, steht in einem Kommentar, ein anderer User fragt: „Haben Sie die Polizei gerufen?“ 

Konstruktive Kritik zu SUV-Ärger - „darf aber vielleicht sein?“

Auch konstruktive Kritik findet sich in den Antworten, eine Kommentatorin äußert sich wie folgt: „Das ist eine schreckliche Erfahrung und es darf nicht zu Pogrom-artigen Szenen kommen. Sie freundlich anzusprechen, ob ein SUV wirklich das ist, was Sie fahren müssen, da diese Auto-Kategorie derzeit als besonders klimaschädlich gilt, darf aber vielleicht sein?“

Immer wieder sind SUV-Fahrer mit Anfeindungen konfrontiert. So erst kürzlich in München, wo den Fahrern Wut-Zettel an die Autos geklebt wurden. Vor allem wegen des von den Grünen geforderten Verbot der großen Fahrzeuge im Stadtverkehr nach einem tödlichen Unfall, entbrach eine Debatte um die Geländewagen. Erst vor kurzem erschütterte leider ein weiterer SUV-Unfall in Thüringen, bei dem zwei Frauen und ein Hund umkamen.

SUV-Produktion verbieten: Ein neues Feindbild für „Die Linke“ - ein Kommentar zu den aktuellen Entwicklungen.

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