Zahlen steigen rasant

Dritte Corona-Welle: Virologe Drosten sieht Lage sehr ernst - „Bleibt nur noch der Holzhammer“

Die Corona-Zahlen steigen, Deutschland befindet sich in der dritten Welle. Virologe Christian Drosten sieht die Lage sehr ernst. Er malt ein düsteres Szenario.

Hamm - Die Rufe nach einem harten Lockdown werden immer lauter. Vor allem Wissenschaftler mahnen zu strengeren Regeln angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen. Virologe Christian Drosten sprach im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ von einer sehr ernsten Lage. Für ihn bleibe nur noch der „Holzhammer“. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83,02 Millionen (2019)

Dritte Corona-Welle: Virologe Drosten sieht Lage sehr ernst - „Bleibt nur noch der Holzhammer“

Ob man die dritte Corona-Welle noch aufhalten könne, fragt Beke Schulmann in der neusten Folge des Podcasts „Coronavirus-Update“ (NDR). „Natürlich“, antwortet Virologe Christian Drosten. Die Frage sei allerdings, mit welchen Maßnahmen und zu welchem Preis.

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen in Deutschland habe Drosten das Gefühl, man müsse in der dritten Welle noch immer die gleichen Werkzeuge benutzen, wie bereits im Frühjahr 2020. Und um bei dem Bild zu bleiben, spricht der Virologe vom „Holzhammer“.

Gemeint ist ein harter Lockdown. Den hatte zuvor auch schon Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert. In der ARD-Sendung „Anne Will“ sprach sich die Regierungschefin klar gegen geplante Lockerungen aus und plädierte für „geeignete Maßnahmen“, die mit einer „großen Ernsthaftigkeit“ eingesetzt werden müssten. „Ich werde nicht 14 Tage tatenlos zusehen“, richtete Merkel ihre Worte vor allem in Richtung mancher Länder, die weniger konsequent mit der Notbremse umgehen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat auf die scharfe Kritik der Kanzlerin reagiert und seinen Kurs verteidigt.

Dritte Corona-Welle: Virologe Drosten sieht Lage sehr ernst - „wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen“

Und auch Christian Drosten betont den Ernst der Lage. Die Situation in der dritten Pandemiewelle sei leider „sehr ernst und sehr kompliziert“, sagt der Charité-Virologe. „Ich glaube, es wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um diese Dynamik, die sich jetzt ohne jeden Zweifel eingestellt hat, noch einmal zu verzögern.“

Laut Drosten habe Deutschland die Gelegenheiten verpasst, die Werkzeuge zu optimieren, die man hatte. Jetzt bleibe eben nur noch der „Holzhammer“. Eines der größten Probleme laut des Virologen: zu viele Kontakte. „Es ist klar, es müssen die Kontakte reduziert werden“, sagt er im NDR-Podcast.

Steigende Corona-Zahlen: Angela Merkel möchte alles tun, „um diese Welle möglichst schnell zu brechen“

Die Vorhersage der Modelle für die dritte Corona-Welle sei leider noch überschritten worden. Noch in dieser Woche werde die Zahl der Nachweise der britischen Variante B.1.1.7 über 90 Prozent erreichen. Sie sei eindeutig krankmachender und tödlicher als das Ursprungsvirus, sagte der Virologe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, wie ein schärferer bundeseinheitlicher Kurs zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aussehen könnte. „Der Prozess des Nachdenkens ist noch nicht abgeschlossen“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstagabend. „Ich weiß nur, dass es wichtig ist, angesichts der dritten Welle, in der wir sind, alles zu tun, um diese Welle möglichst schnell zu brechen.“ (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Fabrizio Bensch/dpa

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