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Donald Trump: 43 Frauen beschuldigen den Präsidenten der sexuellen Nötigung

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Donald Trump spricht bei einer Kundgebung im Target Center in Minneapolis. 43 Frauen werfen dem US-Präsidenten sexuelle Übergriffe vor

Die Zahl ist unglaublich, die Art der Vorwürfe ebenso. Ein neues Buch zeichnet das Porträt Trumps als „notorischen Sextäter, der Frauen regelmäßig belästigt und misshandelt“.

Inmitten des Verfahrens zur Amtsenthebung gegen Donald Trump werden neue Vorwürfe der sexuellen Nötigung gegen den US-Präsidenten laut. In einem Buch, das am 22. Oktober 2019 erscheinen soll, werfen insgesamt 43 Frauen Donald Trump unangemessenes Verhalten vor. 26 davon belasten den US-Präsidenten mit Vorwürfen der sexuellen Übergriffe. Die Anzahl der Frauen, die Trump diesbezüglich beschuldigen, erhöht sich damit auf 65.

Für ihr Buch mit dem Titel „President’s Women: Donald Trump and the Making of a Predator“ haben die Journalisten Barry Levine und Monique El-Faizy insgesamt mehr als 100 Interviews geführt. 

Donald Trump: Neues Buch erzählt detaillierte Geschichte der Beziehung Trumps zu den Frauen

Laut dem US-Magazin „Esquire“, in dem Auszüge des Buches bereits veröffentlicht wurden, handelt es sich um eine „detaillierte Geschichte der Beziehung Trumps zu Frauen, die bis in seine Kindheit zurückreicht und seinen Aufstieg im Immobiliengeschäft, der Unterhaltungsbranche und der Politik umfasst“. 

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Die Autorin und der Autor würden „das Bild eines notorischen Sextäters entwerfen, der sich hinter seinem Reichtum und seiner Macht versteckt und regelmäßig Frauen belästigt und misshandelt“.

Donald Trump lernte Melania Trump auf einer „Victoria Secret“-Party kennen

Ausführlich beschreibt das Buch, wie Trump seine dritte Frau, Melania Trump , geborene Knauss, im Jahr 1998 auf einer Party des Unterwäsche-Labels „Victoria Secret“ in New York kennenlernte. Trump besuchte die Party mit Celina Midelfart, Topmodel und damals 26 Jahre alt.

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Ein anderer abgedruckter Erfahrungsbericht beschreibt die Erfahrungen, die Karen Johnson mit Trump gemacht hatte. Johnson war demnach Gast auf einer Silvesterparty in Mar-a-Lago, dem Golfressort Trumps in Palm Beach, Florida. Johnson besuchte die Party mit ihrem Mann, der mittlerweile verstorben ist und zu diesem Zeitpunkt bereits an Multipler Sklerose erkrankt war. Die Familie sei regelmäßig Gast in der Anlage gewesen, berichtet Johnson. Trump sei sie bis zu diesem Abend aber nie begegnet. 

Donald Trump zieht sein Opfer hinter einen Wandteppich und beginnt, sie zu küssen

Als sie auf dem Weg zum Badezimmer war, soll Donald Trump sich zuerst versteckt und sie dann hinter einen Wandteppich gezogen haben. Dort habe er sie gegen ihren Willen geküsst und berührt. Weil sie weder für sich noch für ihre Familie eine „seltsame Situation“ erzeugen wollte, habe sie an dem Abend und darüber hinaus zu dem Vorfall geschwiegen – auch aus Angst vor Trump, wie Johnson in dem Buch berichtet. 

Dort finden sich auch Fotos und Dokumente des besagten Abends, die Johnsons Version bestätigen. In den Tagen nach dem Vorfall soll Trump nicht locker gelassen und Johnson wiederholt angerufen haben. Sie habe seine Avancen abgelehnt und dabei immer wieder auf ihren sterbenskranken Mann verwiesen. Das habe Trump aber nicht abgehalten. „Er merkt davon gar nichts“, habe der heutige Präsident der Vereinigten Staaten ihr gesagt und ihr angeboten, sie nach Mar-a-Lago fliegen zu lassen.

Donald Trump und das Tonband von „Access Hollywood“

Als Johnson Jahre später Donald Trump auf einem Tonband der Fernsehsendung „Access Hollywood“ das sagen hörte, was er ihr angetan hatte, habe sie das hart getroffen. „Als er mich packte und hinter den Wandteppich zog, hat er genau das gemacht, hat er mich genau dort gepackt“, wird Johnson in dem Buch zitiert.

Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegen Donald Trump sind alles andere als neu. Noch bevor der einstige Veranstalter von „Miss Universe Wahlen“ zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, hatten ihn zahlreiche Frauen beschuldigt. Trump selbst hatte auf dem berüchtigten „Access Hollywood Tape“ damit angegeben, er könne Frauen einfach zwischen die Beine greifen, weil er berühmt sei. 

Donald Trump und Jeffrey Epstein - wilde Sexpartys in New York

Auch im Fall des US-Milliardärs Jeffrey Epstein, der sich nach zahlreichen Vorwürfen der sexuellen Misshandlung Minderjähriger und des illegalen Menschenhandels in einer Zelle in New York das Leben genommen hatte, fiel der Name des heutigen US-Präsidenten. Trump war ein guter Freund Epsteins. Beide sollen Anfang der 1990er Jahre ausschweifende Sexpartys in New York und auf der Privatinsel Epsteins gefeiert haben.

Trump hat bislang alle Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegen ihn abgestritten und sie als erfunden bezeichnet. Mal wirft er den Frauen vor, sie wollten damit nur berühmt werden, mal, sie würden eine politische Agenda verfolgen.

Immer wieder versucht er, die Vorwürfe mit noch mehr Sexismus zu entkräften. Auf einer Wahlkampfveranstaltung reagierte Trump auf Vorwürfe einer US-Journalistin damit, dass er sie als „viel zu hässlich“ bezeichnete, um für ihn interessant zu sein. „Schaut sie Euch an. Ich glaube eher nicht“, rief Trump der johlenden Menge zu. In Richtung einer anderen Frau, die ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatte, sagte er: „Sie wäre nicht meine erste Wahl“.

Donald Trump und sein Frauenbild - bestens dokumentiert

Trumps Frauenbild dokumentieren zudem zahlreiche Interviews vor seiner Zeit als US-Präsident. Mit Radiomoderator Howard Stern benotete er in einem Gespräch den Körper und das Gesicht von prominenten Frauen. Während seiner Präsidentschaftskandidatur beschimpfte er politische Rivalinnen regelmäßig als „hässlich, von innen und außen“.

Bislang haben sich weder Trump noch das Weiße Haus zu den Vorwürfen der 43 Frauen geäußert. 

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