Außenminister greift US-Präsident an

Maas äußert sich fassungslos wie nie zu Trump: „Hat mein Vorstellungsvermögen überschritten“

Bundesaußenminister Heiko Maas und US-Präsident Donald Trump.
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Bundesaußenminister Heiko Maas (l.) und US-Präsident Donald Trump.

Heiko Maas hat in einem Interview Donald Trumps politische Gebaren kritisiert. Gerade die Iran-Politik und sein Verhalten rund um die Black-Lives-Matter-Demonstrationen seien gefährlich gewesen.

  • Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich zu US-Präsident Donald Trumps* Drohungen geäußert.
  • Diese hätten „schlicht mein Vorstellungsvermögen überschritten“, so Maas.
  • Auch in der Iran-Krise habe Maas Sorge vor einer „Eskalation der Gewalt" gehabt.

Berlin - Außenminister Heiko Maas ist überzeugt, dass US-Präsident Donald Trump die innenpolitischen Spannungen in seinem Land als Instrument für die Mobilisierung eigener Anhänger befeuert. Ziel sei es, Mehrheiten in seinem Sinne zu schaffen, sagte der SPD-Politiker in einem Interview für das Buch „Im Wahn - die amerikanische Katastrophe“ sowie für eine ARD-Dokumentation der Autoren Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby.

Zur Drohung Trumps, während der Unruhen nach dem Tod von George Floyd* Militär einzusetzen*, sagte Maas: „Das hat schlicht mein Vorstellungsvermögen überschritten.“ Dass es Gewalt und Plünderungen gegeben hat und dass der Staat dagegen vorgehen müsse, sei völlig unbestritten. „Aber dass man ankündigt, Militär einzusetzen auf den Straßen Washingtons, sodass selbst der eigene Verteidigungsminister dem widersprechen musste, das war jetzt noch mal eine neue Erfahrung für mich“, sagte Maas.

Maas kritisiert Trumps Drohungen: „Eskalation der Gewalt" hätte in Krieg münden können

Auch über die amerikanische Iran-Politik* und die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani* Anfang des Jahres sprach der Außenminister. Soleimani war im Januar bei einem US-Angriff in Bagdad getötet worden. Man habe befürchten müssen, dass auch durch unbeabsichtigte Aktionen ein Krieg ausgelöst werden könne, meinte Maas.

„Das ist eine Situation gewesen, die wirklich sehr gefährlich gewesen ist“, sagte der SPD-Politiker. „Bei der ich mir nicht sicher gewesen bin, dass wir es am Schluss nicht doch mit einer Eskalation der Gewalt zu tun haben werden, die in einen Krieg mündet, und zwar in einen Krieg, der den gesamten Mittleren und Nahen Osten betrifft*.“

Trump mit spektakulärem Coup? Sein Ex-Anwalt spekuliert

In den USA machte jüngst ein Szenario die Runde, wonach US-Präsident Trump auf eine mögliche Wahlniederlage spektakulär reagieren könnte. Ein ehemaliger Anwalt Trumps spekulierte in einem Buch darüber, dass der Präsident bei einer Niederlage gegen Joe Biden abtreten könnte und sein Vize Mike Pence*, der dann die Amtsgeschäfte übernehmen würde, ihn begnadigen könnte. Schon Präsident Nixon war ähnlich vorgegangen. Auch Trumps Aufruf zum Umgang mit der Briefwahl schlug in den Vereinigten Staaten hohe Wellen. (fmü/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Video: Maas verurteilt Trumps Umgang mit Protesten als Populismus

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