Abläufe analyisert

Interner Bericht: Polizei machte nach Berliner Terroranschlag entscheidenden Fehler

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Polizisten gehen über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin, drei Tage nach de Terroranschlag vom 19.12.2016.

Ein polizeiinternet Bericht attestiert der Polizei schwere Versäumnisse nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz. So konnte Anis Amri ungehindert fliehen.

Nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz Ende vergangenen Jahres hat die Polizei einer Untersuchung zufolge deutlich zu spät reagiert. Aus einem polizeiinternen Bericht gingen schwere Versäumnisse der Sicherheitskräfte in den Stunden nach der Attacke hervor, berichteten RBB und Berliner Morgenpost am Freitag übereinstimmend. Beiden liegt nach eigener Darstellung das 120 Seiten starke Dokument einer „Nachbereitungskommission“ vor.

Die bei Terroranschlägen vorgesehene Fahndung („Maßnahme 300“) sei erst nach über drei Stunden eingeleitet worden, zitieren die Medien aus dem Bericht. Bis zu diesen Zeitpunkt hätten die Beamten weder die Umgebung am Breitscheitplatz abgesucht, noch seien Straßen und Bahnstrecken als Fluchtwege kontrolliert worden.

Anis Amri konnte ungehindert flüchten

Der Attentäter Anis Amri konnte ungehindert aus Berlin flüchten und wurde erst einige Tage später in Norditalien von der Polizei erschossen. Er hatte einen Lastwagen entführt und ihn am 19. Dezember in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Insgesamt starben zwölf Menschen, fast 70 wurden verletzt.

„Mit der Nachbereitungskommission wollten wir eine schonungslose Analyse der Abläufe vornehmen und Schwachstellen aufzeigen“, sagte der Sprecher des Innensenats, Martin Pallgen, am Freitag. „Wenn Fehler passiert sind, ist es richtig und wichtig, darüber zu sprechen“.

dpa

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