Deutsch-Defizit bei Migranten-Kindern wächst

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In der 16. Mittelschule in Leipzig nehmen Schüler mit Migrantenhintergrund bei ihrer Lehrerin Gaby Kschentz-Hopp (2.v.r.) am Unterricht im Fach "Deutsch als Zweitsprache" teil

Berlin - Die Deutsch-Kenntnisse von Migranten-Kindern reichen für den Unterricht in der Schule immer häufiger nicht aus. In manchen Bundesländern braucht fast jedes zweite Kind eine spezielle Förderung.

Die Deutschkenntnisse von Migranten-Kindern lassen nach Erkenntnissen der Bundesregierung oft zu wünschen übrig. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung brauchen immer mehr von ihnen zusätzliche Sprachförderung, weil ihre Deutschkenntnisse nicht für die Schule ausreichen. Das belegten neue Zahlen von Bund und Ländern, schreibt die Zeitung (Montag). Grund sei, dass in vielen Einwandererfamilien kaum oder gar kein Deutsch gesprochen werde. Das Thema Integration beschäftigt seit Montag auch eine bundesweite Expertenkonferenz in Saarbrücken.

Böhmer: "Fast jedes zweite Kind braucht Sprachförderung"

Die Integrationsbeauftragte des Bundes, Maria Böhmer (CDU), sagte dem Blatt: „In einzelnen Ländern braucht fast jedes zweite Kind gezielte Sprachförderung. Das ist eine gewaltige Aufgabe. Sie muss überall oberste Priorität haben.“ Wer kein Deutsch spreche, sei nur „Zaungast in unserem Land“. Jedes Kind sollte mit Eintritt in die Schule so gut Deutsch sprechen, dass es dem Unterricht folgen kann.“

Der innenpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stephan Mayer, betonte, der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration bleibe das Beherrschen der deutschen Sprache. Dies entscheide nicht nur über Bildung und Ausbildung, sondern auch über Teilhabe und sozialen Aufstieg in der Gesellschaft.

"Lehrer in Ausbildung besser auf Deutsch als Zweitsprache vorbereiten"

Böhmer forderte in der „Welt“ (Dienstag): „Alle Erzieher und alle Lehrer müssen im Rahmen ihrer Ausbildung besser auf Deutsch als Zweitsprache vorbereitet werden. Das Thema muss Pflichtprogramm an den Fachschulen, Akademien und Universitäten werden.“ Auch müssten die Erkenntnisse, welche Sprachförderprogramme tatsächlich wirkten, schneller transportiert werden. Böhmer ergänzte: „Sprachförderung muss am besten schon vor dem Kindergarten, mindestens aber mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnen. Wir müssen noch mehr Migranten überzeugen, ihre Kinder auch in diese Einrichtungen zu schicken.“

Die Integrationsbeauftragten von Bund, Länder und Kommunen debattieren seit Montag in Saarbrücken über Einwanderer, Flüchtlinge und EU-Ausländer. Die zweitägige Konferenz steht unter dem Motto „Willkommens- und Anerkennungskultur - Zusammenleben in Deutschland“. Die Bundesregierung veranstaltet an diesem Dienstag in Berlin zudem ihren zweiten Demografiegipfel. Auch dort geht es um Einwanderer, etwa im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft.

dpa

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