CSU-Katholiken warnen vor Vertuschung

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Der Vorsitzende der ChristSozialen Katholiken (CSK), Thomas Goppel.

München - Der Arbeitskreis der Katholiken in der CSU hat die Kirche zu einer tabulosen Aufklärung der Missbrauchsfälle aufgefordert.

Die Kirche mache sich doppelt mitschuldig, wenn sie Fehler nicht prüfe und korrigiere, weil sie “die moralischen Ansprüche an ihr Personal“ viel höher ansetze, sagte der Vorsitzende der ChristSozialen Katholiken (CSK), Thomas Goppel, am Montag in München. Wenn die Kirche die eigenen Maßstäbe in Zukunft aber “so streng anwendet wie andere kirchliche Gebote, dann wird ein Saulus/Paulus-Erlebnis dazu beitragen, dass wir mit dem gesellschaftlichen Problem eher und besser fertig werden“.

Kindesmissbrauch in der Kirche sei aber nur die Spitze des Eisbergs. Nur drei Promille der bekanntgewordenen Fälle hätten einen kirchlichen Hintergrund, sagte Goppel. Er wünsche sich die neue Offenheit auch “bei den anderen 997 Promille von Fällen, die bisher in ähnlicher Weise vertuscht waren“, sagte Goppel und mahnte ein Umdenken in der gesamten Gesellschaft an. Sie dürfe sich nicht auf Missbrauch in Kirche und Klöstern fixieren, sondern müsse “die Unkultur des Wegschauens“ breit bekämpfen.

apn

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