„Stars for Free“-Festival

Comedian Bülent Ceylan vor 17.000 Menschen: Ich bin gegen Erdogan

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omedian Bülent Ceylan (41)

Jeder, der Bülent Ceylan kennt, weiß, dass er sich gerne über sich selbst und die Türken lustig macht. Doch solch ein Statement hätten ihm wohl die wenigsten zugetraut.

Berlin - Comedian Bülent Ceylan (41) bewies auf dem „Stars for Free“-Festival vom Radiosender 104.6 RTL vor rund 17.000 Zuschauern, dass er nicht nur mit Humor bei den Leuten ankommt. Neben Bülent Ceylan gab es auf dem Festival auf der Open-Air-Bühne Wuhlheide verschiedene Musik-Acts von Künstlern wie Tim Bendzko (32), Marlon Roudette (34) oder auch Adel Tawil (39) zu sehen. 

Doch der Comedian zeigte großen Mut als er sich öffentlich gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (63) stellte, berichtet die Bild

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Der mehrfach ausgezeichnete Deutschtürke Ceylan weiß, wie man die Leute zum Lachen bringt und nimmt sich selbst und die Türken in Deutschland seit Jahren auf den Arm. Während seines 20-minütigen Auftritts auf dem Festival rief er plötzlich ins Mikrofon: „Ihr seid doch auch froh, dass endlich mal ein Türke in Berlin sagt, dass er gegen Erdogan ist!“ 

Bülent weiß jedoch genau, dass nicht jeder so begeistert von seinen Worten ist, wie die Zuschauer es waren. Zu seinem Freund Ali, der am Bühnenrand steht, sagt er: „Ich hab’s gesagt! Ich hab’s gesagt! Wenn ich jetzt erschossen werde, dann in Berlin. In Kreuzberg darf ich mich heute aber nicht mehr blicken lassen …“.

„Ach, der Erdogan!“

Nichtsdestotrotz machte der Comedian daraufhin einen Witz über Erdogan. Im Supermarkt bekam Bülent einst das Gespräch zwischen einem Ehepaar mit. Die Frau sagte zu ihrem Mann: „Deess isser. Der vom Fennnseeen.“ Sie hatte Bülent erkannt. Ihr Mann fragte sie: „Wer?“, woraufhin sie mit „Na, der Komiker“ antwortete. Der Mann wusste nicht wen sie meinte und sagte: (Kaya) „Yanar?“. „Das ist doch der Mann aus dem Fernsehen! Wie heißt der doch gleich?“, rätselte die Frau ungeduldig. Der Mann erkannte Bülent aber immer noch nicht und die Frau nochmal mit Nachdruck: „Na der Komiker!“. Daraufhin kam der Mann zu der vermeintlichen Erkenntnis: „Ach, der Erdogan!“ In der Türkei könnte Bülent für solch einen Witz verhaftet werden. Der Comedian hat auf jeden Fall gezeigt, dass er sich nicht verbieten lässt, zu sagen, was er denkt.

Laut gegen Nazis

Am Ende des Auftritts sang er noch einen Rocksong gegen Nazis, im Rammstein-Stil, womit keiner gerechnet hatte. Zu Bild meinte Bülent: „So ein Festival ist für mich eine besondere Herausforderung. Denn die Zuschauer kommen nicht wegen mir allein, sondern wegen des Gesamtpakets aller Künstler. In 20 Minuten muss ich es schaffen, die Leute zu packen. Da geht mir auch ganz schön die Muffe, ob mir das gelingt. Wer mehr will, kommt einfach auf meine ,Kronk‘-Tour, wie beispielsweise am 24. und 25. November im Tempodrom in Berlin.“

sdr

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