Trotz Warnungen

USA beobachten neuerlichen Raketenstart in Nordkorea

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un, der sich einen angeblichen Test einer Interkontinentalrakete mit hoher Reichweite vom Typ Hwasong-14 anschaut.

Nordkorea hat trotz massiver Warnungen erneut eine ballistische Rakete getestet. Das habe das Pentagon heute vor Journalisten bestätigt, teilte der Sender CNN mit.

Update vom 28. Juli 2017, 19.42 Uhr: Bei der am Freitag von Nordkorea abgefeuerten Rakete hat es sich nach US-Angaben um eine Interkontinentalrakete gehandelt. Sie sei etwa tausend Kilometer weit geflogen, teilte das Pentagon mit. Erst Anfang Juli hatte das Land eine Interkontinentalrakete abgefeuert, die vor Japan ins Meer stürzte.

Washington - Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Südkoreas Militär berichtete, startete die Rakete am Freitag gegen 23.41 Uhr (Ortszeit, 16.41 Uhr MESZ) in der Provinz Chagang-do nahe der Grenze zu China. Niedergegangen sei sie im Japanischen Meer zwischen Japan und der koreanischen Halbinsel. 

Die Rakete sei 45 Minuten geflogen und dann in ein Seegebiet der exklusiven Wirtschaftszone Japans gestürzt, sagte Japans oberster Kabinettssekretär Yoshihide Suga der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo und dem Fernsehsender NHK zufolge. Dabei handelt es sich um eine von Japan beanspruchte Wirtschaftszone 200 Meilen vor der Küste des Inselstaats.

Sicherheitsräte einberufen

Auch das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Raketenstart. Südkorea und Japan beriefen nach dem Raketenstart ihre nationalen Sicherheitsräte ein. In Südkorea zitierte die Agentur Yonhap einen Regierungsbeamten mit den Worten, „Präsident Moon hat einen Notfallbefehl zur Versammlung des Sicherheitsrats gegeben, sobald er über den Raketenstart informiert wurde“.

Zuletzt hatte der kommunistische Norden Anfang Juli nach südkoreanischen Angaben eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet, die auch die USA erreichen kann. Die internationale Gemeinschaft hatte den neuen Raketentest seit Tagen erwartet, an Nordkoreas Raketentestgelände waren verstärkte Aktivitäten beobachtet worden. Vor wenigen Tagen hatte das Pentagon angekündigt, es erwarte einen Raketenstart um den 27. Juli herum - an diesem Tag jährt sich das Waffenstillstandsabkommen auf der koreanischen Halbinsel zum 64. Mal.

Zweiter Raketentest in kurzer Zeit

Erst Anfang Juli hatte Nordkorea eine Interkontinentalrakete abgefeuert, die vor Japan ins Meer stürzte. In Washington hatte das heftigen Protest und besorgte Reaktionen ausgelöst. Die Führung in Pjöngjang arbeitet trotz internationaler Sanktionen seit Jahren an der Entwicklung von Atomwaffen und Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe womöglich bis in die USA getragen werden könnten. Der Test der Hwasong-14 genannten Rakete, den Machthaber Kim Jong Un persönlich angeleitet habe, sei erfolgreich gewesen, berichteten Nordkoreas Staatsmedien am 4. Juli. Die Rakete stürzte in ein Seegebiet, das Japan für sich beansprucht. Nordkorea könne "jeden Teil der Welt mit Atomwaffen treffen", verlautete aus Pjöngjang.

dpa/afp

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