Hunderte protestieren in Berlin

Demonstration für Beschneidung

Berlin - Mehrere hundert Demonstranten haben am Sonntag in Berlin Rechtssicherheit für die religiöse Beschneidung von Jungen gefordert. Darunter waren aber nicht nur Juden und Muslime.

Mehrere hundert Demonstranten haben am Sonntag in Berlin Rechtssicherheit für die religiöse Beschneidung von Jungen gefordert. „Das Ja zur Beschneidung muss in ein Gesetz gegossen werden“, verlangte Lala Süßkind, die ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin. An der Demonstration nahmen laut Polizei rund 300 Menschen teil - hauptsächlich Juden, aber auch Muslime und Christen. Die Kundgebung auf dem Bebelplatz stand unter dem Motto „Für Religionsfreiheit, gegen Kriminalisierung und Bevormundung“.

Anlass ist ein im Juni veröffentlichtes Urteil des Kölner Landgerichts, das die Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung wertet. Daraufhin war eine politische Debatte entbrannt. Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte am Mittwoch eine Übergangsregelung vorgestellt, nach der in der Hauptstadt ab sofort die Beschneidung, wenn auch unter strengen Voraussetzungen, straffrei ist. Die Bundesregierung will bald klare gesetzliche Regeln für religiöse Beschneidungen vorlegen, um die Rechtsunsicherheit zu beseitigen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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