Fortschreitende technische Mängel

„Schwerwiegende strukturelle Schäden möglich": Bundeswehr mit neuen Problemen

Das angespannte Verhältnis zwischen der Bundeswehr und ihren Fluggeräten flammt erneut auf: Den Truppentransporter Airbus A400M holt sich das Heer vorerst nicht ins Haus. Grund: Es existieren Mängel.

  • Der Truppentransporter Airbus A400M macht der Bundeswehr erneut Sorgen.
  • Aufgrund „wiederkehrender technischer Probleme“ wurde die Annahme zweier neuer Maschinen abgelehnt.
  • Umfangreiche Inspektionen schränken die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe ein.

Berlin - Erneut gibt es Negativ-Schlagzeilen hinsichtlich eines Flugzeuges der Bundeswehr. Wegen technischer Probleme wurde die Annahme zweier neuer Transportflugzeuge des Typs Airbus A400M verweigert. Es handelt sich um eine Sicherheitsmaßnahme, abgesehen davon muss man länger auf die Dienste von bereits im Einsatz befindlichen Truppen-Transportern verzichten.

Ursprünglich sei der Fehler bei einem Modell in Frankreich festgestellt worden. Bei Routinekontrollen ausgelieferter Flugzeuge seien die Mängel an den Befestigungsmuttern der Propeller auch in Deutschland vorgekommen, so die Bundeswehr. Am Mittwoch hatte zuerst Spiegel Online darüber berichtet. Die abgelehnten A400M-Modelle hätten darüber hinaus laut Bundeswehr nicht die „vertraglich zugesicherten Eigenschaften" aufgewiesen.

Bundeswehr-Flugzeug Airbus A400M: Lockere Propeller-Komponenten

Bei Überprüfungen der bereits im Dienst befindlichen Airbus-A400M-Transporter sei festgestellt worden, dass nicht alle 24 Muttern pro Propeller das vorgesehene Anzugsdrehmoment aufgewiesen hätten, erklärte die Bundeswehr. Der Mangel könne zu "schwerwiegenden strukturellen Schäden" am Propeller und der Welle des Propeller-Getriebes führen.

Hebt vorerst nicht für die Bundeswehr ab: der neue Airbus-Transporter A400M.

Daher stehen nun weitere Inspektionen auf dem Terminplan, bei denen die betroffenen Maschinen jeweils für mindestens einen Tag ausfallen würden. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen kann man der Bundeswehr somit nicht vorwerfen. Fest steht aber auch: Die Untersuchungen wirken sich "negativ auf die materielle Einsatzbereitschaft" der Luftwaffe aus.

Zudem seien bei den bereits im Besitz der Bundeswehr befindlichen A400M "eine Vielzahl zusätzlicher Inspektionen" erforderlich. Dies betreffe etwa Überprüfungen der Triebwerks-Befestigungen, Rissprüfungen an unterschiedlichen Stellen und Kontrollen der Triebwerksklappen, wie AFP berichtet.

Laut Spiegel reagierte der Hersteller zurückhaltend auf eine entsprechende Anfrage des Magazins. „Airbus arbeite mit allen Kunden daran, die gesteckten Ziele für das Flugzeug zu erreichen“, wird ein Sprecher zitiert. Mit der Bundeswehr befinde man sich "in Diskussionen über die speziellen Auslieferungskriterien".

Airbus-Flugzeuge A400M: Bundeswehr hat bereits Alternativen

Die neuen Airbus-A400M-Maschinen werden mittelfristig die veralteten Transall-Transporter ersetzen. Insgesamt wurden 53 der Flugzeuge bestellt, davon 31 bislang der Bundeswehr übergeben. Stationiert sind die Airbus-Maschinen im Fliegerhorst Wunstorf (Niedersachsen). 

Wie die Bundeswehr bekannt gegeben hat, kamen die neuen Airbus-Truppentransporter bisher in etwa 1700 Missionen zum Einsatz. Die Hauptaufgaben des Gemeinschaftsprojektes der Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien dient etwa der Versorgung von Soldaten mit Material und dem Befördern von Personal für Auslandseinsätze.

Aufgrund der Fehleranfälligkeit des Airbus-Fliegers hat sich die Bundeswehr zwischenzeitlich auch Alternativen von US-Hersteller Lockheed Martin zugelegt.

Die Bundeswehr muss sich für ein Manöver im August rechtfertigen, bei dem scheinbar 18 seltene Schweinswale ums Leben gekommen sind. Bei einer anderen Panne ist die Marine betroffen: Die neuen Bundeswehr-Hubschrauber dürfen nicht abheben - wegen der Bedienungsanleitung.

PF mit dpa/afp

Rubriklistenbild: © dpa / Wolfgang Kumm

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