Freie-Wähler-Hoffnung

Bundestagswahl 2021: Wenn es klappt, würde Vize Aiwanger München den Rücken kehren

Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler
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Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, spricht bei der Vorstellung des Spitzenkandidaten der Freien Wähler zur Bundestagswahl 2021.

Hubert Aiwanger hat große Hoffnungen für die Bundestagswahl. Er liebäugelt sogar mit einer Regierungsbeteiligung seiner Freien Wähler.

München - Die Freien Wähler schauen bei der kommenden Bundestagswahl* ganz genau auf die Fünf-Prozent-Hürde. Sie hoffen auf den Einzug in den Bundestag. Der Freie-Wähler-Vorsitzende Hubert Aiwanger würde im Falle eines Wahlerfolgs sein Amt als Vize-Ministerpräsident in Bayern aufgeben und München den Rücken kehren: „Natürlich gehe ich nach Berlin, wenn wir die fünf Prozent knacken“, sagte er der Augsburger Allgemeinen.

Aiwanger hat noch mehr Hoffnungen: „Vielleicht sind wir dort sogar an der nächsten Regierung beteiligt – das schließe ich jedenfalls nicht aus, weil man am Ende in der Mitte die Stimmen zusammenzählen muss.“ Aber egal wie es komme, er würde in die Hauptstadt wechseln: „Lieber wäre mir die Regierung, aber auch die Opposition ist spannend genug.“

Aiwanger (Freie Wähler): „Ich halte mich doch sehr zurück“

Denn in Berlin hätten die Freien Wähler einen „längeren politischen Hebel“. Ein Einzug in den Bundestag* sei „der Durchbruch, auf den wir seit Jahrzehnten hinarbeiten“. Zwar habe man im bayerischen Landtag und der Regierung „im Rahmen unserer Möglichkeiten“ viel erreicht, „aber in Berlin könnte es noch mehr werden“.

Immer wieder wird von Streit in der Landesregierung zwischen CSU* und Freien Wählern berichtet - auch, weil Aiwanger vor manchen Worten nicht zurückschreckt. Er selbst befindet aber im Interview: „Ich halte mich doch sehr zurück. Aber die Dinge, die man sagen muss, an denen komme ich eben nicht vorbei.“

Aiwanger bisher nicht gegen Corona geimpft - „Vielleicht zweifeln die ja im jeweiligen Einzelfall zu Recht“

Seine Formulierung „Apartheidsdiskussion“ gehört dazu - im Kontext einer Warnung vor derartigen Impfdiskussionen. Ministerpräsident Markus Söder* bezeichnete dies als „verstörende Aussagen“*. Aiwanger eckte zudem mit dem CSU-Chef an, weil sich der Freie-Wähler-Chef bisher nicht gegen Corona impfen ließ. Warum nicht? „Diese Frage ist ja allenfalls drittrangig. Ich bin da einer von ungefähr 30 Prozent und es ist ja völlig egal beim Corona-Management insgesamt, ob jetzt einer mehr oder weniger geimpft ist. Wir müssen den Gesamtsinn sehen und aus ethischen und demokratischen Gründen kann die Lösung nur sein: Das letzte Wort über seinen Körper muss der einzelne Bürger haben“, führt Aiwanger dazu gegenüber der Augsburger Allgemeinen aus. Aiwanger als Vorbild für die Zweifler? „Vielleicht zweifeln die ja im jeweiligen Einzelfall zu Recht“, sagte er.

Bislang lagen die Freien Wähler in jüngeren Umfragen* zur Wahl am 26. September eher bei um die drei statt fünf Prozent - etwa im ZDF-“Politbarometer“ oder ARD-“Deutschlandtrend“. (cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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