„Starke Indizien“

Bundesanwaltschaft: Zschäpe hat NSU-Anschläge dokumentiert

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Lebte 13 Jahre mit den beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund: Beate Zschäpe 

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft die Anschläge der Terrorzelle NSU fein säuberlich dokumentiert und damit von den Taten gewusst.

München - Oberstaatsanwältin Anette Greger sagte am Donnerstag im Münchner NSU-Prozess, nach der Beweisaufnahme sei davon auszugehen, dass Zschäpe das Archiv geführt habe und für die Dokumentation der begangenen Taten verantwortlich gewesen sei.

Das werde unter anderem durch Fingerabdrücke und DNA-Spuren der Hauptangeklagten auf Zeitungsartikeln belegt, die wiederum in Bekennervideos des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ zu sehen seien. Greger sprach am dritten Tag des Anklage-Plädoyers von „starken Indizien“, dass Zschäpe in die Materialsammlung und die Erstellung der Videos eingebunden gewesen sei.

Zschäpe lebte mehr als 13 Jahre mit den beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. In dieser Zeit sollen die beiden Männer zehn Menschen ermordet haben. Neun der Opfer waren Kleinunternehmer mit ausländischen Wurzeln. Zschäpe hat nach Überzeugung der Anklage von den Taten gewusst und diese unterstützt.

Nebenkläger im NSU-Prozess planen 47 Plädoyers

Nach dem umfangreichen Plädoyer der Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess muss sich das Oberlandesgericht München auch auf längere Schlussvorträge der Nebenkläger einstellen. In einem am Donnerstag an die Prozessparteien verteilten Schriftsatz ist von 47 Einzelplädoyers die Rede. Nach Auskunft des Gerichts sind 95 Geschädigte oder Hinterbliebene von Mordopfern des NSU als Nebenkläger registriert. Sie werden von 60 Anwälten vertreten.

dpa

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