Atomwaffen sollen Bedeutung verlieren

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Eine mobile Startrampe für die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete Topol-M wird bei einer Militärparade gezeigt (Archivfoto).

New York - Die mehr als 180 Mitgliedstaaten des Atomwaffensperrvertrags (NPT) haben sich zum Abschluss vierwöchiger Beratungen auf detaillierte Schritte zur nuklearen Abrüstung verständigt.

Die gemeinsame Schlusserklärung der alle fünf Jahre stattfindenden Überprüfungskonferenz wurde von den Delegierten in New York einvernehmlich angenommen. Die fünf offiziellen Atommächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien verpflichten sich in der Erklärung, die Abrüstung ihrer Arsenale zu beschleunigen und andere Maßnahmen zu ergreifen, um die Bedeutung der Atomwaffen für die Sicherheit zu verringern.

Sie sollen bei der nächsten Konferenz 2014 über Fortschritte berichten. Bereits 2012 soll eine internationale Konferenz über die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten stattfinden, die auch andere Massenvernichtungswaffen einschließen soll. Mit diesem Vorschlag der arabischen Staaten soll der Druck auf Israel erhöht werden, sein vermutetes Atomwaffenarsenal aufzugeben. Das Treffen in New York diente der Stärkung des Atomwaffensperrvertrags.

Das 1970 in Kraft getretene Abkommen gilt als einer der Eckpfeiler der weltweiten Abrüstungsbemühungen und wird alle fünf Jahre einer Überprüfung unterzogen. In dem Abkommen versprechen die Unterzeichnerstaaten, die keine Atomwaffen haben, dass sie auch keine entwickeln werden. Ihnen steht dafür der Zugang zur friedlichen Nutzung der Kernenergie offen. Die fünf offiziellen Atommächte bekunden ihre Absicht, die Arsenale zu vernichten.

Die Bundesrepublik schloss sich dem Vertrag 1975 an. Nicht unterzeichnet wurde das Abkommen von Indien, Pakistan und Israel, die inzwischen alle Atomwaffen besitzen oder besitzen sollen. Nordkorea, das zwei Atomwaffentests unternommen hat und nach eigenen Angaben an der Atombombe baut, zog sich 2003 aus dem Vertrag zurück.

dapd

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