Athen: "Wir schaffen es alleine"

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Griechenlands Finanzminister: "Wir schaffen es alleine."

Athen - Der griechische Finanzminister Giorgios Papaconstantinou zeigt sich trotz drohenden Staatsbankrotts optimistisch: Das Land werde die Krise alleine meistern.

"Wir schaffen es alleine", sagte der Minister am Dienstag im griechischen Fernsehen. Dazu brauche man kein Geld aus dem Ausland. “Wir haben von niemandem Geld verlangt. Wir suchen nicht nach einem 'Deus Ex Machina', der uns retten wird,“ sagte Papaconstantinou.

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Die Politik, die aus der Krise führen werde, sei das von seiner Regierung eingeführte Sparprogramm und seine Einhaltung, meinte der Minister weiter. Nur dies werde das Vertrauen der Märkte und der EU an Griechenland wiederherstellen, sagte Papakonstantinou.

Aus dem EU-Gipfel erwarte er ein “positives Ergebnis“ für das Finanzproblem seines Landes, hieß es. Frankreich und Italien hatten dem Land Kredithilfen in Aussicht gestellt, während sich die deutsche Regierung weiter zurückhaltend zeigte. Papaconstantinou sagte, er bevorzuge eine “europäische Lösung“ des Problems.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner hatte am Montag in Brüssel gesagt, er rechne damit, dass noch vor dem Gipfeltreffen eine Lösung gefunden werde. Dabei könne es sich um ein Paket von Hilfen einzelner EU-Staaten mit Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) handeln. Auch der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker sagte, es sei durchaus möglich, dass es ein Paket unterschiedlicher Maßnahmen geben könne. Mindestens zwei Staaten der Eurozone lehnten EU-Kreditgarantien für Griechenland ab. Damit blieben als einzig realistische Option bilaterale Kredite einzelner EU-Staaten übrig.

Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, seine Regierung sei bereit, ihren Anteil zu tragen. Auch er gab der Hoffnung einer schnellen Einigung Ausdruck. So könnten sich die Staats- und Regierungschefs in Brüssel dann den längerfristigen Wachstumsstrategien widmen.

Griechenland hofft auf eine Finanz-Politik, die es der Regierung in Athen erlauben würde, Kredite zu vertretbaren Zinsen aufzunehmen. Darüber könnten die EU-Regierungschefs bei ihrem Frühjahrsgipfel am 25. und 26. März in Brüssel entscheiden. Das angeschlagene Griechenland zahlt derzeit fast 3,3 Prozentpunkte mehr an Zinsen für Kredite als Deutschland. Dem Land, das Mitglied der Eurozone ist, droht wegen immenser Schulden der Staatsbankrott.

Für Griechenland werden in den nächsten Monaten Verbindlichkeiten mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro fällig. Dabei scheut Regierung in Athen die hohen Zinsen einer Kreditaufnahme auf den internationalen Kapitalmarkt. Am Freitag stieg der Zins für griechische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf 6,42 Prozent.

DAPD/dpa

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