In NRW und Deutschland

Freigabe von Astrazeneca: Spahn will Priorisierung schon bald aufheben

Astrazeneca für alle: Jens Spahn plant die Freigabe des Corona-Impfstoffs. Der Bundesgesundheitsminister spricht mit den Ländern.

Hamm - Bislang wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland ausschließlich für Personen ab 60 Jahre empfohlen. Doch das könnte sich schon bald ändern. Künftig könnte es das Präparat für alle geben. Denn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant eine sofortige Freigabe - und zwar ohne Priorisierung nach Alter, Vorerkrankung oder Berufsgruppe. (News zum Coronavirus)

UnternehmenAstrazeneca
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich
CEOPascal Soriot (seit 1. Okt. 2012 )
Gründung6. April 1999

Freigabe von Astrazeneca: Jens Spahn will Priorisierung aufheben und Abstand verkürzen

Nach Angaben von Jens Spahn wolle er noch am Donnerstag mit den Länderkollegen um NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) darüber reden. Man werde dann „bei Astrazenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt“, sagte der Bundesgesundheitsminister am Mittwoch im WDR. Das gelte für den Corona-Impfstoff dann sofort. Zudem solle der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung mit Astrazeneca - derzeit zwölf Wochen - flexibler gehandhabt werden können.

Doch nach wie vor gibt es gegen den Vektor-Impfstoff von Astrazeneca teils erhebliche Vorbehalte. Daher wird es seit dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige eingesetzt. Andererseits gibt es jedoch auch viele Jüngere, die sich gerne damit impfen lassen würden, aber in der Impfreihenfolge noch nicht dran sind.

Auch Karl-Josef Laumann hatte bei der Vorstellung des weiteren Impfplans für NRW mit der Einbeziehung weiterer Personengruppen für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca geworben. Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums könne das Vakzin „grundsätzlich in Arztpraxen bereits jetzt allen Personen – unabhängig von Alter und Priorisierung – angeboten werden“, sagte Karl-Josef Laumann. Voraussetzung dafür seien „gewissenhafte ärztliche Aufklärung und die individuelle Risikoakzeptanz des Patienten“.

Freigabe von Astrazeneca: NRW-Minister Karl-Josef Laumann wirbt für Corona-Impfstoff

Gleichzeitig warb der CDU-Politiker dafür, dass über 60-Jährige andere Corona-Impfstoffe wie Biontech erst einmal den Jüngeren überlassen sollen. Für Karl-Josef Laumann sei dies eine Frage der Solidarität. Er selbst wolle mit gutem Beispiel vorangehen und kündigte an, sich bald von seinem Hausarzt mit Astrazeneca impfen lassen zu wollen. Er selbst sei 63 und damit „auch der passende Kandidat für diesen Impfstoff“, sagte der NRW-Gesundheitsminister. Er halte Astrazeneca für einen „sehr guten Impfstoff“.

Dazu hält es Karl-Josef Laumann ebenfalls für sinnvoll, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei Astrazeneca von zwölf auf neun Wochen zu verkürzen, um die Akzeptanz dieses Impfstoffs weiter zu erhöhen. Vor allem, wenn es tatsächlich zur schnellen Freigabe kommen sollte. Viele Menschen wollten vor einem möglichen Urlaub, der in einigen Bundesländern in Deutschland bereits möglich ist, auch vollständig geimpft sein.

Schnelle Freigabe von Astrazeneca geplant: Geimpfte profitieren bald von mehr Freiheiten

Bisher haben 29,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zumindest eine Impfung erhalten. 8,3 Prozent sind bereits vollständig geimpft, haben also erforderlichenfalls auch eine zweite Impfung erhalten. Die geplante Befreiung Geimpfter und Genesener von den Beschränkungen soll am Freitag die letzte Hürde im Bundesrat genommen werden.

Demnach sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene wegfallen. Sie sollen zudem negativ Getesteten gleichgestellt werden und bräuchten für Geschäfte oder beim Friseur keinen Corona-Test mehr. In NRW gelten bereits Lockerungen und Freiheiten für Corona-Geimpfte und Genesene. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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