Mehr als 3000 Gaza-Ziele angegriffen

Deutsche Familie unter den Opfern in Gaza

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Die Angriffe der israelischen Armee werden auch am Dienstag fortgesetzt.

Tel Aviv - Binnen zwei Wochen hat die israelische Armee im Gazastreifen nach eigenen Angaben mehr als 3000 Ziele angegriffen. Unter den Opfern in Gaza ist auch eine siebenköpfige Familie aus Deutschland.

Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen ist auch eine siebenköpfige Familie mit deutscher Staatsangehörigkeit getötet worden. „Wir müssen aufgrund mehrfacher Hinweise davon ausgehen, dass es sich bei den Toten um diese Familie handelt“, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Dienstag in Berlin.

Über 2500 Raketen auf Israel abgefeuert

Militante Palästinenser hätten in den letzten zwei Wochen über 2500 Raketen auf Israel abgefeuert.

Dies sagte Militärsprecher Arye Shalicar am Dienstag. Davon habe die Raketenabwehr mehr als 350 in der Luft abgefangen. Etwa 1400 seien in offenen Gebieten eingeschlagen. Im Gazastreifen habe die Armee bislang 23 Tunnel mit 66 Eingangspunkten gefunden und davon sechs zerstört. „Wegen der Gefahr, sie könnten vermint sein, dauert es lange“, sagte Shalicar.

US-Außenminister Kerry ruft zu sofortiger Waffenruhe auf

US-Außenminister John Kerry hat im Gazakonflikt zu einem sofortigen Ende der Gewalt aufgerufen. Er appellierte am Dienstag in Kairo insbesondere an die radikal-islamische Hamas, einer Waffenruhe mit Israel zuzustimmen. „Hamas muss eine grundlegende Entscheidung treffen, die eine erhebliche Auswirkung auf die Menschen in Gaza hat“, sagte Kerry nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Samih Schukri. Ägypten hatte eine Waffenruhe vorgeschlagen, die die Hamas jedoch ablehnt.

Mit dem ägyptischem Vorschlag für einen Waffenstillstand liege ein Rahmen vor, mit dem die Gewalt beendet werden könne, sagte Kerry. Es gebe noch viel Arbeit zu tun. Die humanitäre Krise in Gaza werde von Tag zu Tag schlimmer, erklärte der Außenminister. „Wir haben zu viel Blutvergießen auf allen Seiten gesehen.“ Nach einer Waffenruhe müsse in ernsthaften Verhandlungen über alle Anliegen gesprochen werden, die uns dorthin gebracht haben, wo wir heute sind.

Ban: "Hört auf zu kämpfen, fangt an zu reden"

Angesichts der anhaltenden Kämpfe hat auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Israel und die Palästinenser aufgefordert, die Waffen niederzulegen und in Verhandlungen zu treten. Er habe an Israelis und Palästinenser dieselbe Botschaft, sagte Ban am Dienstag in Tel Aviv. "Hört auf zu kämpfen, fangt an zu reden", sagte er bei einer Pressekonferenz an der Seite des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Der UN-Generalsekretär begutachtete nach eigenen Angaben Foto- und Videomaterial zu den Raketenangriffen auf Israel durch die radikalislamische Hamas. Alle Länder hätten die "Verpflichtung zum Schutz" ihrer Bürger, sagte er. Dabei müsse Israel aber "maximale Zurückhaltung" üben, betonte er vor dem Hintergrund der zahlreichen palästinensischen Opfer.

Schicksal von israelischem Soldaten ist ungewiss

Im Gaza-Konflikt ist das Schicksal eines an der israelischen Bodenoffensive beteiligten Soldaten ungewiss. Die israelische Armee teilte am Dienstag mit, bei einem Angriff auf ein gepanzertes Fahrzeug in Gaza seien am Sonntag mindestens sechs Soldaten getötet worden. Israelische Medien berichteten, ein siebter Soldat werde vermisst.

„Die Bemühungen um die Identifikation des siebten Soldaten gehen weiter“, hieß es in der Mitteilung der Armee. Es handele sich um den 21-jährigen Oron Schaul.

Der bewaffnete Flügel der Hamas hatte am Sonntagabend mitgeteilt, seine Kämpfer hätten einen Soldaten in ihre Gewalt gebracht. Name und Erkennungsnummer wurden genannt, jedoch keine Details über den Zustand des Israelis. Für eine Entführung gab es aber von Israel bisher keine Bestätigung.

Der israelische Rundfunk berichtete, man bemühe sich „auf allen Kanälen“ um eine Klärung des Vorfalls. Nach Medienberichten war das veraltete gepanzerte Fahrzeug, in dem die sieben Soldaten unterwegs waren, im Verlauf der Kämpfe im Viertel Sadschaija steckengeblieben. Militante Palästinenser hätten das Fahrzeug mit einer Rakete angegriffen. Die Leichen der Soldaten seien in einem sehr schlimmen Zustand gewesen, deshalb sei die Identifikation sehr schwierig.

Die palästinensische Zeitung „Al-Quds“ schrieb, die Hamas-Kämpfer hätten möglicherweise einen schwer verletzten Soldaten entführt oder aber seine Leiche oder Leichenteile verschleppt.

dpa

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