Armutsprobleme haben unter Merkel zugenommen

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Mehr Menschen sind in Deutschland von Armut bedroht: Ein Pfandflaschensammler unterwegs in Stuttgart.

Berlin - Der Anteil armutsbedrohter Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland ist unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) leicht gestiegen.

Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervorgeht, stieg der Anteil der Armutsbedrohten zwischen den Jahren 2005 und 2011 von 14,7 auf 15,2 Prozent. Da im gleichen Zeitraum die Zahl der Millionäre und deren Vermögen deutlich zugenommen hat, bezeichnete Zimmermann Merkel als "Umverteilungskanzlerin für die oberen Zehntausend".

Den Regierungsangaben zufolge, über die am Mittwoch auch die "Frankfurter Rundschau" berichtete, ist der Anteil der Armutsgefährdeten im Jahr 2006 auf ein Zwischentief von 14,0 Prozent gefallen und seitdem relativ konstant angestiegen. Als armutsgefährdet gilt, wer 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland verdient. Im Jahr 2012 lag die Armutsgefährdungsschwelle für Einpersonen-Haushalte bei einem monatlichen Einkommen von weniger als 869 Euro.

"Millionen Menschen in Deutschland werden in Hartz IV, Niedriglöhne und Armutsrenten gedrängt, während der Reichtum in diesem Land wächst", erklärte Zimmermann am Mittwoch. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion verwies auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, denen zufolge die Zahl der Millionäre in Deutschland zwischen 2005 und 2012 um über 150.000 auf insgesamt 892.000 gestiegen ist. Demnach wuchs das Gesamtvermögen der deutschen Millionäre zwischen den Jahren 2005 und 2012 um 406 Milliarden Euro auf fast 2,4 Billionen Euro.

Die Bundesregierung konnte auf Zimmermanns Anfrage nach der Zahl der Millionäre und deren Vermögen keine Antwort geben. Allerdings verwies die zuständige Staatssekretärin in ihrer Antwort darauf, dass es sich hierbei um eine willkürliche Vermögensgrenze handele, die nicht aussagekräftig für die Vermögensverteilung und Vermögensentwicklung in Deutschland sei.

AFP

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