„Interessiert mich nicht“

Anklage gegen seine Leibwächter - Erdogan ist empört

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Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung

Recep Tayyip Erdogans Leibwächter sollen in den USA Demonstranten attackiert haben. Jetzt wird Anklage erhoben. Für Erdogan „skandalöser Ausdruck dessen, wie die US-Justiz arbeitet“.

Istanbul - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anklageerhebung gegen seine Sicherheitsleute in den USA scharf kritisiert. „Das ist ein Skandal für sich. Das ist ganz klar ein skandalöser Ausdruck dessen, wie die Justiz in Amerika arbeitet“, sagte er am Freitag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vor Journalisten in Istanbul.

Am Dienstag war in Washington Anklage gegen 15 türkische Sicherheitskräfte erhoben worden. Sie werden beschuldigt, im Mai bei einem Besuch von Erdogan in der US-Hauptstadt Demonstranten angegriffen zu haben. Der Zwischenfall hatte sich vor der Residenz des türkischen Botschafters ereignet. Gegner Erdogans hatten dort nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump mit Sprechchören auf den Staatschef gewartet. Auf Videos ist zu sehen, wie türkische Sicherheitsleute daraufhin auf die Demonstranten losgingen und auf sie eintraten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Erdogan nennt Gülen und die PKK als Grund für den Wirbel

Erdogan sagte weiter, seine Sicherheitsleute hätten ihn vor Anhängern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK geschützt. „Natürlich haben sie ihre Aufgabe gegenüber diesen Angriffen erfüllt.“ Die Anklage interessiere die Türkei nicht. Der verantwortliche Staatsanwalt sei noch aus der Ära des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obamas, betonte er.

Die PKK sowie die Gülen-Bewegung stünden in den USA „unter Schutz“, sagte Erdogan. Die türkische Führung macht letztere für den Putschversuch in der Türkei vom vergangenen Jahr verantwortlich. Ihr Gründer Fethullah Gülen lebt im US-Bundesstaat Pennsylvania.

dpa

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