Ausweisung von kubanischen Diplomaten

War ein „akustischer Anschlag“ Grund für die Beschwerden? 

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Heather Nauert, Sprecherin des US-Außenministeriums. Foto: Alex Brandon

Nach der mysteriösen Erkrankung von Botschaftsmitarbeitern in Havanna haben die USA zwei kubanische Diplomaten ausgewiesen. CNN spricht nun von einem „akustischen Anschlag“ als Ursache. Auch Kanada meldet einen ähnlichen Fall.

Washington/Ottawa - Die USA haben nach der mysteriösen Erkrankung von Botschaftsmitarbeitern in Havanna zwei kubanische Diplomaten ausgewiesen.

"Akustischer Anschlag" als Ursache? 

Die Mitarbeiter hätten über einige Vorfälle berichtet, die körperliche Beschwerden ausgelöst hätten, sagte Außenamtssprecherin Heather Nauert am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Einzelheiten dieser Vorfälle oder Symptome wollte sie auch auf mehrfache Nachfrage nicht nennen. Die ersten Fälle seien Ende 2016 bekannt geworden, die Untersuchungen dauerten noch an, sagte Nauert. "Es gibt noch keine endgültigen Antworten."

Nach Informationen des Senders CNN soll es sich bei dem Vorfall möglicherweise um einen "akustischen Anschlag" gehandelt haben. Die Symptome der Betroffenen hätten denen einer Gehirnerschütterung geglichen und sich auf das Gehör ausgewirkt. Die Diplomaten könnten Schall ausgesetzt gewesen sein, der für das menschliche Ohr nicht hörbar sei, aber dennoch gesundheitsschädlich.

Auch Kanadier getroffen

Kanada hat nun einen ähnlichen Fall gemeldet. Mindestens ein kanadischer Diplomat sei mit „ungewöhnlichen Symptomen“ im Krankenhaus behandelt worden, teilte die Regierung in Ottawa am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Bei den Symptomen habe es sich unter anderem um Kopfschmerzen und Hörverlust gehandelt. Auch die Familie des Diplomaten sei betroffen. „Uns sind ungewöhnliche Symptome bekannt, die kanadisches und US-Botschaftspersonal und ihre Familien in Havanna betreffen“, sagte eine kanadische Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Kubanische Regierung weist Vorwürfe zurück

Die kubanische Regierung bestritt jegliches Vorgehen gegen US-Diplomaten und versprach in einer Mitteilung des Außenministeriums Unterstützung bei der Aufklärung.

Die Annäherungspolitik unter Trump

Nach der Revolution 1959 unter Führung Fidel Castros und der späteren Annäherung an die Sowjetunion war es in Kuba zum Bruch mit den USA gekommen. Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama nahmen die USA erst 2015 wieder diplomatische Beziehungen mit Kuba auf. Obamas Nachfolger Donald Trump nahm die Annäherungspolitik teilweise wieder zurück. 

Kanada hat historisch bessere Beziehungen zu Kuba, das Land hatte sie nach der Revolution 1959 nicht abgebrochen. 

Bereits Ende Juli wies Russland hunderte US-Diplomaten aus - und Donald Trump bedankte sich sogar dafür. 

dpa

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