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Russland löst Terroralarm in Grenzregion aus – Tausende Soldaten für neue Offensive?

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Von: Bettina Menzel, Stephanie Munk, Felix Durach, Fabian Müller

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Offenbar hat Russland seine Armee um Mariupol erheblich verstärkt. In der Grenzregion Belgorod wurde Terroralarm ausgerufen. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 4. Februar, 14.53 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben ukrainische Kräfte aus der Ortschaft Dworitschne im Gebiet Charkiw im Nordosten der Ukraine vertrieben. „In Richtung Kupjansk wurde der Gegner durch Angriffe von Einheiten der Heeresgruppe „West“ vom Westrand der Ortschaft Dworitschne im Gebiet Charkiw verdrängt“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau zur aktuellen Lage an der Front im Ukraine-Krieg. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. Das Gebiet Charkiw hatten die ukrainischen Streitkräfte im Zuge ihrer Herbstoffensive fast vollständig wieder zurückerobert.

Dworitschne liegt auf der Ostseite des Flusses Oskil. Zunächst hatten die russischen Streitkräfte nach ihrem Rückzug aus dem Raum Isjum versucht, sich hinter dem Fluss neue Verteidigungslinien aufzubauen. Allerdings konnte das ukrainische Militär den Fluss schnell überqueren und den Vormarsch gen Osten zunächst fortsetzen. Die Offensive der Ukrainer Richtung Gebiet Luhansk ist aber mittlerweile gestoppt - auch durch die eilige Verlegung von russischen Mobilisierten in die Region. Nun kämpfen beide Seiten um die Initiative in dem Frontabschnitt.

Ukraine-Krieg: Hafenstadt Odessa ohne Strom

Update vom 4. Februar, 13.16 Uhr: Die ukrainische Hafenstadt Odessa ist seit dem Samstagmorgen ohne Strom. „An einem der Hochspannungsumspannwerke, über die die Stadt Odessa mit Strom versorgt wird, ist heute Morgen ein Transformator ausgefallen, der nach einer Beschädigung durch russische Angriffe repariert wurde“, teilte der Energieversorger Ukrenerho in seinem Telegram-Kanal mit.

Den Angaben von Ukrenergo zufolge ist die Lage im Umland besser, in den meisten Landkreisen sei die Stromversorgung gesichert. Die Region Odessa ist eine der am stärksten von den russischen Raketenangriffen betroffenen Gebiete. „Alle Hochspannungs-Umspannwerke in der Region haben Schäden erlitten“, teilte Ukrenerho mit.

Zwar konnten die Schäden teilweise durch Reservegeräte behoben werden, doch gibt es erhebliche Einschränkungen bei der Stromversorgung. Immer wieder kommt es auch zu plötzlichen, flächendeckenden Stromausfällen. Außer dem Hafen gibt es in Odessa zahlreiche wichtige Industriebetriebe.

Ukraine-Krieg aktuell: Russland löst Terroralarm in Grenzregion aus

Update vom 4. Februar, 8.03 Uhr: Vorfall im Ukraine-Krieg? Russland behauptet, die Ukraine habe in der russischen Grenzregion Belgorod nahe der Ukraine eine Fabrik beschossen. Die Behörden haben wegen des angeblichen Beschusses auf unbegrenzte Zeit Terroralarm ausgerufen. „In Borisowka wurde in der Nacht ein ziviles Industrieobjekt von den ukrainischen Streitkräften attackiert“, schrieb der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf seinem Telegram-Kanal. Es sei daher notwendig, die Alarmstufe Gelb - erhöhte Terrorgefahr - auf unbegrenzte Zeit zu verlängern.

Ukraine-Krieg: Großfeuer in Grenzregion löst Terroralarm in Russland aus

Auslöser in der Region Belgorod war ein Großfeuer in einer Fabrik in Borisowka, rund 30 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt. Nach Behördenangaben wurde der Brand durch den Beschuss von ukrainischem Staatsgebiet ausgelöst. Tote und Verletzte habe es glücklicherweise nicht gegeben, teilte Gouverneur Gladkow mit. In sozialen Netzwerken heißt es, dass in der Fabrik Metallkonstruktionen für den Brückenbau hergestellt worden seien - unter anderem für den Bau der Brücke vom russischen Festland zur annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.

Bisher konnten Gouverneure Terroralarm nur für maximal 15 Tage in ihrer Region verhängen. Anfang der Woche hatte Putin jedoch den Gouverneuren die Möglichkeit zur Verhängung des Terroralarms auf unbegrenzte Zeit per Dekret eingeräumt. Bei erhöhter Terrorgefahr, den Alarmstufen Gelb und Rot, werden die Freiheitsrechte der örtlichen Bevölkerung beschnitten, zum Beispiel durch Ausgangssperren oder Fahrzeug- und Personenkontrollen. Vor Belgorod haben bereits die Grenzregionen Kursk und Brjansk ein solches Anti-Terror-Regime in dieser Woche verhängt.

Ukraine-Krieg: Tausende Soldaten für neue Offensive?

Update vom 4. Februar, 7.50 Uhr: Russland zieht im Ukraine-Krieg offenbar mehr Soldaten in der Gegend um die besetzte Stadt Mariupol zusammen. Nach offiziellen Angaben der Ukraine soll Russland die Zahl der dort stationierten Soldaten in den letzten Wochen um 10.000 bis 15.000 erhöht haben.

Mittlerweile befänden sich fast 30.000 russische Soldaten in der Region, vor allem in den umliegenden Dörfern, wo sie wohl als „menschlicher Schutzschild“ dienten, teilte Petro Andriushchenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol, auf dem Nachrichtendienst Telegram zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg mit. Der Politiker vermutet, dass die russische Armee womöglich eine Art „Blockade“ für eine neue Offensive bilde. „Es entsteht der Eindruck, dass aktiv Reserven gebildet werden, um den Angriff auf Wuhledar fortzusetzen“, schreibt er. Über die Kleistadt im Donezk sind in den vergangenen Tagen schwere Kämpfe entbrannt.

Russland hält Mariupol seit rund zwei Monaten besetzt, der Großteil der eins 450.000 Einwohner zählenden Stadt liegt durch den Ukraine-Krieg in Trümmern.

Ukraine-News: Wieder Raketenangriff auf Infrastruktur

Update vom 3. Februar, 20.55 Uhr: Der ukrainische Generalstab meldete am Freitag einen russischen Raketenangriff auf die zivile Infrastruktur der Stadt Barwinkowe in der Region Charkiw, bei dem es Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben habe. Zudem habe es 20 Angriffe von Raketensalvensystemen gegeben. „Die Gefahr weiterer russischer Luft- und Raketenangriffe auf das gesamte Territorium der Ukraine ist groß“, warnte der Generalstab der Ukraine.

Darüber hinaus gebe es Offensivoperationen Russlands in den Gebieten Lyman, Bachmut, Awdijiwka und Novopavliv, offenbar unter schweren Verlusten an Personal und militärischer Ausrüstung der russischen Streitkräfte. Auch zahlreiche grenznahe Städte seien weiterhin unter Beschuss. In den Regionen Saporischschja und Cherson seien mehr als 15 Siedlungen beschossen worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

CIA-Chef William Burns sieht nächsten sechs Monate als entscheidend für Ausgang des Krieges

Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, geht davon aus, dass die nächsten sechs Monate über den Ausgang des Ukraine-Kriegs entscheiden, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete. Burns glaubt, dass Putin „wettet, dass er die Zeit für sich arbeiten lassen kann“, während Europa von politischer Müdigkeit erfasst wird und die Vereinigten Staaten abgelenkt sind.

Die verdeckt weitergehende Teilmobilisierung in Russland, die Umstellung auf die Kriegswirtschaft sowie die personellen Änderungen an der Spitze des russischen Militärs benötigen Zeit, um ihre Wirkung zu zeigen. Ein Wiedererstarken der russischen Streitkräfte könnte die Ukraine vor Probleme stellen, glauben Militärexperten. „Wir sind sehr daran interessiert, dass Russland keine Möglichkeit hat, seine Rüstungsindustrie wiederzubeleben“, hatte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Hinblick auf weitere Sanktionen der EU gegen Russland am Freitag gesagt.

Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe in Ostukraine dauern an

Update vom 3. Februar, 19.01 Uhr: Die heftigen Kämpfe an den Frontabschnitten im Norden der Ukraine und im Donbass gehen weiter. Die Stadt Bachmut ist weiterhin hart umkämpft, dort ist insbesondere die russische Söldnertruppe Wagner-Gruppe aktiv. „Wenn Waffenlieferungen beschleunigt werden - insbesondere Waffen längerer Reichweite - werden wir uns nicht nur nicht aus Bachmut zurückziehen, sondern auch damit beginnen, den besetzten Donbass zurückzuerobern“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts der andauernden heftigen Kämpfe in der Ostukraine am Freitag in Kiew.

Die Ukraine hatte vergangene Woche erklärt, die russischen Truppen hätten ihre Angriffe in der Ostukraine deutlich verstärkt. Besonders massive Angriffe wurden nach ukrainischen Angaben auf die beiden Städte Wuhledar und das rund 150 Kilometer nördlich gelegene Bachmut gemeldet. Am Freitag berichtete die Staatsanwaltschaft von Donezk von einem russischen Angriff auf die Stadt Toretsk mit Grad-Mehrfachraketen, wobei sechs Menschen verletzt und eine Person getötet worden seien. Am Vortag waren in der Region Donezk ukrainischen Angaben zufolge in den Städten Kramatorsk und Bachmut durch russische Angriffe zwei Menschen getötet und acht weitere verwundet worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Russland berichtet von Treffer auf zwei ukrainische Armeebrigaden

Indes berichtete der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalleutnant Igor Konaschenkow, am Freitag, dass russische Truppen im Raum Saporischschja zwei ukrainische Armeebrigaden getroffen hätten. Dabei sollen laut dem General „über 20 ukrainische Soldaten, ein Artilleriesystem M777 aus US-amerikanischer Produktion, zwei Haubitzen D-20 und eine Haubitze D-30“ getroffen worden sein.

Kämpfer der tschetschenischen Kommandoeinheit Achmat sollen zusammen mit einer Brigade des 2. Armeekorps eine ukrainische Stellung in der Nähe der Siedlung Wessele eingenommen haben, teilte der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow am Freitag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit. Die Angaben ließen sich jeweils nicht unabhängig verifizieren.

Ukrainischer Präsident Selenskyj nennt umkämpfte Stadt Bachmut ukrainische „Festung“

Update vom 3. Februar, 17.30 Uhr: Die Ukraine wird die umkämpfte Kleinstadt Bachmut im Osten des Landes nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht aufgeben. „Wir werden so lange kämpfen, wie wir können“, betonte Selenskyj am Freitag zum Abschluss eines EU/Ukraine-Gipfels in Kiew. Bachmut sei eine „Festung“. Russische Truppen versuchen seit Monaten, die Kleinstadt im Donezker Gebiet, die vor dem Krieg etwa 70.000 Einwohner hatte, zu erobern.

Seit Jahresbeginn gelang es dem russischen Militär, nördlich und südlich von Bachmut vorzurücken. Vor wenigen Wochen nahmen russische Streitkräfte mit der Unterstützung von Wagner-Söldner die Kleinstadt Soledar im Nordosten von Bachmut ein. Die ukrainischen Truppen zogen sich nach eigenen Angaben zurück, um größere Verluste zu vermeiden. Soledar markierte den ersten Erfolg der russischen Truppen in der Ukraine seit der Eroberung von Lyssytschansk im Juni vergangenen Jahres.

Wagner-Gruppe rekrutiert weniger Häftlinge – geänderte Taktik im Ukraine-Krieg?

Update vom 3. Februar, 10.15 Uhr: Die russische Söldner-Armee Gruppe Wagner rekrutiert offenbar deutlich weniger Häftlinge für den Einsatz in der Ukraine, als noch vor ein paar Monaten. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium am Freitag in seinem täglichen Ukraine-Update. Offiziellen Zahlen zufolge war die Gesamtzahl an russischen Sträflingen zwischen November 2022 und Januar 2023 um 6000 gesunken. Im Vergleich dazu wurden alleine zwischen September und November 2022 23.000 Häftlinge weniger aufgeführt. Die Rekrutierung von Häftlingen durch die Wagner-Gruppe wird als Hauptursache für die sinkenden Häftlingszahlen angesehen.

Weiter berichtet der britische Geheimdienst von „anekdotischen Beweisen“ dafür, dass sich die Strategie der russischen Streitkräfte in der Ukraine geändert habe. Der Kreml setzt in der Offensive offenbar weniger darauf, gegnerische Stellungen mit „menschlicher Wellen“ von Wagner-Kämpfern zu überrennen. Mit dieser Strategie war Moskau unter anderem die Einnahme der umkämpften Stadt Soledar gelungen. Die Verluste in den Reihen der Gruppe Wagner waren dabei jedoch enorm. Die Änderung der Strategie kann dabei auch auf „erhebliche Spannungen zwischen Wagner und dem russischen Verteidigungsminister“ zurückzuführen, schreibt das britische Verteidigungsministerium weiter.

Ein Angehöriger der privaten Söldnerarmee Gruppe Wagner in den Straßen der eroberten Stadt Soledar.
Ein Angehöriger der privaten Söldnerarmee Gruppe Wagner in den Straßen der eroberten Stadt Soledar. © imago-images

Ukraine-Krieg: Russland bereitet „verdeckte Mobilisierung“ in Donezk vor

Update vom 2. Februar, 22.18 Uhr: Russische Streitkräfte bereiten sich laut dem Generalstab der ukrainischen Armee auf eine „verdeckte Mobilisierung“ in der östlichen Region Donezk vor. „In den vorübergehend besetzten Gebieten der Region Donezk bereitet sich Russland auf eine verdeckte Mobilisierung vor. Insbesondere in der Stadt Horliwka wurden alle Haushalts- und kommunalen Einrichtungen angewiesen, dem Militärkommissariat der Besatzung Listen mit den erforderlichen Personen vorzulegen. Alle diese Personen werden von speziellen Kommissionen des Feindes untersucht und anschließend in die Reihen des Feindes eingezogen“, heißt es in der Erklärung der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook.

Die russischen Streitkräfte setzen „die aktive Aufklärung und Vorbereitung einer Offensive in mehreren Richtungen fort“, hieß es, und fügte hinzu, dass „offensive Operationen“ in Richtung Lyman, Bakhmut, Avdiiv und Novopavliv fortgesetzt werden.

Krieg in der Ukraine: Russische Armee greift Kramatorsk an

Update vom 2. Februar, 20.22 Uhr: Die russische Armee hat am Donnerstag die Stadt Kramatorsk angegriffen, mindestens fünf Menschen wurden bei den Raketeneinschlägen verletzt, mehrere Gebäude, darunter eine Kinderklinik und eine Schule beschädigt. Das teilte Pavlo Kyrylenko, der Leiter der Militärverwaltung der Region Donezk, mit.

Kramatosrk liegt in der Region Donezk und rund 35 Kilometer von der Front umkämpften Stadt Bachmut entfernt. Am Mittwoch waren in der Stadt bei Angriffen der russischen Armee drei Menschen ums Leben gekommen.

Update vom 2. Februar, 18.50 Uhr: Wegen der Lieferung deutscher „Leopard 2“ und amerikanischer „M1 Abrams“ - ein russischer Energiekonzern gelobt im Ukraine-Krieg eine Barprämie auf die Erbeutung oder Zerstörung westlicher Kampfpanzer aus. Dasselbe gilt nach einer möglichen Lieferung von Kampfjets.

Update vom 2. Februar, 17.50 Uhr: Deutschland und seine Nato-Partner liefern der Ukraine 90 „Leopard 2“. Doch: Die russische Armee hat offenbar ein Raketensystem, das dem Kampfpanzer nicht nur auf den Schlachtfeldern des Donbass gefährlich werden kann.

Ukrainischer Geheimdienst vermutet: Russland will gesamten Donbass bis März einnehmen

Update vom 2. Februar, 16.50 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge will Russland die gesamte Donbass-Region bis März eingenommen haben. Dies teilte der Sprecher des ukrainischen Geheimdienstes, Andriy Yusow, laut der Nachrichtenagentur Unian mit.

Russlands Generalstabschef Waleri Gerasimow habe von Kreml-Chef Wladimir Putin die Aufgabe erhalten, bis zum März die Donbass-Region einzunehmen. Daher erwarte man im Februar und März schwere Gefechte in dem Gebiet. Trotz der Verluste an Soldaten und Ausrüstung würden russische Soldaten versuchen, „die Aufgaben des russischen Diktators zu erfüllen“.

Ukraine-Krieg: Experten vermuten neue Offensive durch Putins Militär

Update vom 2. Februar, 13.56 Uhr: „Sie könnten eine Zweifronten-Offensive starten“: Viele Experten und auch die ukrainische Regierung vermuten, dass das russische Militär eine neue Großoffensive zeitlich nah am ersten Jahrestag des russischen Einmarschs plant.

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow begründete das in einem im französischen Fernsehen ausgestrahlten Interview nun so: „Angesichts der Tatsache, dass (die Russen) durch Symbole leben, glauben wir, dass sie rund um den 24. Februar etwas versuchen werden“. Er forderte abermals weitere Waffenlieferungen, um dem Feind begegnen zu können.

Nach Resnikows Angaben schätzt die ukrainische Regierung, dass Russland für den Einsatz in der Ukraine ungefähr eine halbe Million Soldaten mobilisiert habe - also weit mehr als die 300.000, die Moskau offiziell angibt.

Ukraine-News: Bewegungen der Schwarzmeerflotte beunruhigen Selenskyjs Streitkräfte

Update vom 2. Februar, 12.03 Uhr: Russland bereitet nach Ansicht des ukrainischen Militärs einen neuen massiven Raketenangriff auf die Ukraine vor. Die meisten Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte seien in ihre Stützpunkte zurückgekehrt, was auf die Vorbereitung eines neuen Schlags hindeute, sagte die Sprecherin der Kommandostelle Süd der ukrainischen Streitkräfte, Natalja Humenjuk, im Fernsehen.

Russland feuert seine Marschflugkörper auf ukrainische Städte und Infrastruktur meistens von Schiffen aus dem Schwarzen oder Kaspischen Meer aus ab. Nach Angaben der Ukraine-Sprecherin sind derzeit nur noch zehn Schiffe auf dem offenen Meer, die meisten davon U-Boote. Normalerweise seien es deutlich mehr. Dies lasse auf eine bevorstehende Attacke schließen.

Ukraine-News: Putin warnt vor Angriffen im Grenzgebiet – Experten glauben an Ablenkungsmanöver

Update vom 2. Februar, 11.25 Uhr: Angesichts russisch-belarussischer Militärübungen an der Grenze zur Ukraine stellt sich die Frage, ob Belarus bald an der Seite Putins militärisch in den Ukraine-Krieg einsteigen will. Die Analysten des US-amerikanischen „Instituts for the Study on War“ (ISW) halten dies allerdings für unwahrscheinlich, sondern glauben an ein strategisches Ablenkungsmanöver Russlands.

In ihrem aktuellen Lagebericht zum Ukraine-Krieg schreibt das Institut, dass Putin derzeit bewusst versuche, mögliche Gefahren an der nordöstlichen Grenze der Ukraine in den Fokus zu rücken. Damit wolle er womöglich erreichen, dass die Ukraine einen Teil ihrer Soldaten in den Nordosten abziehe. Er verspreche sich davon, dass die russische Armee bei ihrer in Kürze erwarteten Großoffensive auf weniger geschlossenen Widerstand treffe.

Putin habe aktuell wiederholt vor ukrainischen Angriffen auf russisches Grenzgebiet gewarnt, so das ISW. „Putins Fokus auf die angebliche Gefahr eines ukrainischen Beschusses“ diene wohl auch dazu, die Ukraine als eine existentielle Bedrohung für das russische Volk darstellen, schreibt das ISW.

Ukraine-News: Russland bombardiert Wohngebäude in Kramatorsk - Tote und Verletzte

Update vom 2. Februar, 10.45 Uhr: In der Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine sind bei einem russischen Raketenangriff mindestens drei Menschen getötet und etwa 20 weitere Menschen verletzt worden. Es sei ein Wohngebäude getroffen worden, teilte die ukrainische Polizei am Mittwochabend (1. Februar) mit. Befürchtet werde, dass sich noch weitere Opfer unter den Trümmern des Hauses befinden.

„Friedliche Menschen wurden getötet und unter Trümmern begraben“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu dem Angriff. „Das ist die tägliche Lebenswirklichkeit in unserem Land.“ Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen zwei aus den Trümmern geborgene Leichen. Rettungskräfte suchten in der Nacht in den Trümmern nach Überlebenden und möglichen weiteren Todesopfern.

Kramatorsk befindet sich in der Region Donezk. Diese ist seit Monaten heftig umkämpft, ihre komplette Einnahme ist eines der wesentlichen Kriegsziele Russlands im Ukraine-Krieg.

Belarus und Russland proben Luftangriffe an der Grenze – Befürchtungen im Ukraine-Krieg steigen

Moskau/Minsk - Schließt sich Belarus bald dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine an? Aktuelle Militärübungen entlang der belarussischen Grenzen befeuern diese Befürchtungen.

Laut Angaben von Belarus haben Einheiten einer gemeinsamen belarussisch-russischen Truppe Übungen durchgeführt, die „den Konflikt mit einer feindlichen Streitmacht imitieren“. Dies erklärte Alexander Wolfowitch, Staatssekretär des belarussischen Sicherheitsrates, am Dienstag (31. Januar) in einer Videobotschaft, die das belarussische Militär veröffentlichte. Darüber berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass.

Die gemeinsame Einsatztruppe von Russland und Belarus war im Herbst 2022 gebildet worden.  Rund 9000 russische Soldaten sind zu diesem Zweck in Belarus stationiert - offiziell zum Schutz der Außengrenzen der russisch-belarussischen Union.

Ukraine-News: Russland und Belarus proben Luftangriffe gegen simulierten Feind

Geprobt haben Russland und Belarus demnach Luftangriffe gegen simulierte feindliche Formationen an der Grenze. Offiziell heißt es, die Militärübungen dienten dazu, reagieren zu können, falls etwa eine „illegale bewaffnete Gruppe“ die Staatsgrenze zu Belarus übertrete, oder offensive Stützpunkte nahe der Grenze errichten würden. Die Übungen seien „defensiver Natur“, wurde betont.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich außerdem auch für den Aufbau von gemeinsamen Zentren für die Militärausbildung mit Belarus ausgesprochen. Putin beauftragte am Dienstag (31. Januar) die Verteidigungs- und Außenminister, Gespräche dazu aufzunehmen und ein Abkommen zu unterzeichnen.

Ukraine-News: Befürchtungen steigen - Schließt sich Lukaschenko dem Krieg an?

Angesichts dieser Entwicklungen nehmen die Befürchtungen zu, dass der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko in den Ukraine-Krieg eintreten und an Moskaus Seite kämpfen könnte. Belarus hat Russland bereits erlaubt, belarussisches Staatsgebiet als Ausgangspunkt für die Ukraine-Offensive im vergangenen Jahr zu nutzen.

Trotz verstärkter Militärkooperation mit der russischen Regierung bestand Lukaschenko aber bisher immer darauf, dass er seine Soldaten nicht in die Ukraine schicken werde. (smu/dpa)

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