Aigner stoppt Chemikalie in Babyfläschchen

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Ilse Aigner

München - Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner verbietet "vorsorglich" die Verwendung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) zur Produktion von Babyfläschchen.

Einem Bericht des Münchner Merkur zufolge bestätigte ein Sprecher des Ministeriums Informationen der Zeitung, wonach die entsprechende Verordnung am heutigen Freitag verkündet werden soll. Der Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat steht laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz im Verdacht, Unfruchtbarkeit und Brustkrebs sowie Schädigungen der Gehirnentwicklung zu fördern. Akute Gefahren sieht das Verbraucherschutzministerium hingegen nicht, da laut Europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörde die Mengen an Bisphenol A, die mit der Nahrung aufgenommen werden, in allen Atersgruppen deutlich unter den festgelegten Grenzwerten lägen. Das Verbot erfolge „aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes“. Da jedoch noch nicht alle Fragen zu Bisphenol A abschließend geklärt sind, hat die EU-Kommission insbesondere auf Drängen Deutschlands vorsorglich die Verwendung dieses Stoffes in einer Richtlinie eingeschränkt. Damit ist der Weg frei, um in Deutschland die Verwendung von Bisphenol A in Babyfläschchen zu verbieten.

Das Verbot tritt, wie das Ministerium der Zeitung bestätigte, am 1. März in Kraft. Für bereits hergestellte Artikel werde eine Übergangsfrist von drei Monaten eingeräumt. Ab dem 1. Juni dürfe in Deutschland kein Babyfläschchen mehr verkauft werden, bei dessen Herstellung Bisphenol A verwendet wurde. Eltern, die schon jetzt handeln wollen, wird empfohlen, Glasfläschchen zu verwenden oder Babyfläschchen zu kaufen, die das Siegel „BPA-frei“ tragen. Zahlreiche Hersteller hätten bereits reagiert und bieten BPA-freie Produkte an. Neue Forschungsergebnisse zu Bisphenol A werden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) regelmäßig auf ihre gesundheitli­che Relevanz geprüft.

In einer aktualisierten Stellungnahme vom 23. September 2010 kommt die EFSA zu dem Schluss, dass zwar keine Notwendigkeit besteht, den derzeit gültigen gesundheitlichen Grenzwert für Bisphenol A aufzuheben oder abzusenken. Andererseits hat die EFSA in ihrer Stellungnahme nachteilige Effekte von Bisphenol A im Tierversuch als möglicherweise relevant für die menschliche Gesundheit bezeichnet und aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes empfohlen, auf Säuglingsfläschchen, die unter Verwendung von Bisphenol A hergestellt sind, zu verzichten. Bisphenol A ist eine Substanz, die unter anderem für die Herstellung bestimmter Kunststoffe verwendet wird. Deshalb kann es in Gegenständen enthalten sein, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, wie zum Beispiel Babyfläschchen aus Polycarbonat.

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