Wegen Afghanistan-Debakel

Kurz vor Bundestagswahl: Merkel-Ministerin wollte hinschmeißen - „Ich ziehe mich zurück“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (l) und Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, unterhalten sich mit Mund-Nasenbedeckung in der Sitzung des Bundestags.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (l) und Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, unterhalten sich mit Mund-Nasenbedeckung in der Sitzung des Bundestags.

Die Rückholaktion früherer Ortskräfte aus Afghanistan verlief chaotisch. Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer zeigt sich persönlich betroffen.

Berlin – Rücktritt wegen Afghanistan? Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) veranlasste die chaotische Rückholaktion für frühere Ortskräfte* aus dem Land zu solchen Gedanken. Das verriet sie nun der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ich konnte mich nicht so durchsetzen, wie ich es mir gewünscht hätte“, sagte Kramp-Karrenbauer.

„Die Frage ist, welche Ableitung treffe ich daraus: Die eine ist, ich ziehe mich aus dem Amt zurück. Die andere ist, ich kämpfe, jetzt im Wahlkampf und hoffentlich auch danach, dass eine solche Situation nicht mehr eintritt und dass wir beim nächsten Mal handlungsfähiger sind.“ Sie habe sich für die zweite Variante entschieden.

Kurz vor Bundestagswahl: Merkel-Ministerin wollte hinschmeißen - „Ich ziehe mich zurück“

Die USA und ihre Verbündeten flogen nach Nato-Angaben mehr als 120.000 Menschen über eine militärische Luftbrücke aus Afghanistan aus. Allerdings mussten zahlreiche ausreisewillige Menschen im Land zurückgelassen werden. Kramp-Karrenbauer offenbarte im Interview: „Diejenigen, die dann durch weiter gehende Vereinbarungen in der Bundesregierung hinzukamen, konnten nicht mehr mit Visa versorgt werden. Und das treibt mich auch persönlich um.

Als Konsequenz aus den Erfahrungen in Afghanistan will Kramp-Karrenbauer ein militärisch unabhängigeres Europa. Sie wolle ihren EU-Kollegen und -Kolleginnen bis Ende Oktober einen Vorschlag für eine Eingreiftruppe der Europäer vorlegen, sagte sie der Zeitung. „Das heißt nicht, dass wir uns von den Amerikanern trennen sollten“, erläuterte die Ministerin. „Aber es kann Situationen geben, in denen wir eine andere Interessenlage haben, auch innerhalb der Nato. Dann müssen wir aus eigener Kraft handlungsfähiger werden.“ (dpa/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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